UNEP: Weiterhin abgereichertes Uran in Serbien und Montenegro vorhanden

30. März 2002, 09:01
posten

Kontaminationen in fünf verschiedenen Gebieten - wenn auch nur in niedriger Konzentration

Genf/Nairobi - Eine Studie des United Nations Environmental Programmes (UNEP) hat ergeben, dass in fünf verschiedenen Gebiete Serbiens und Montenegros abgereichertes Uran (DU) in niedrigen Konzentrationen vorkommt. Abgereichertes Uran stammt von Explosionen von DU-Munitionen, wie sie während des Kosovo-Krieges 1999 verwendet wurden. Die Studie wurde in Kooperation mit der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) und der Weltgesundheitsorganisation (WHO) durchgeführt.

Die DU-Gebiete stellen laut Studie aber kein radioaktives oder toxisches Risiko für Menschen und Umwelt dar. Dennoch empfiehlt die UNEP, dass zuständige Behörden Vorsorgemaßnahmen treffen. Diese betreffen vor allem das Grundwasser, das durch korrodierende Munitionsbestandteile verseucht werden könnte. Von besonderer Bedeutung könnten auch die Detektion von DU-Partikeln in der Luft in zwei verschiedenen Gebieten sein. Die Werte lagen zwar unter dem internationalen Sicherheitswert. Die Ergebnisse haben aber Auswirkungen auf die Dekontamination sowie Aufbauarbeiten, Aktivitäten, die möglicherweise den Staub des Schwermetalls auf der Oberfläche des Bodens aufwühlen könnten.

"Die Studie in Serbien und Montenegro bestätigt, dass die Kontamination in den betroffenen Gebieten weitverbreitet ist. Die Ergebnisse sind ein wertvoller Beitrag für das wissenschaftliche Verständnis über das Umweltverhalten von abgereichertem Uran", erklärte UNEP-Geschäftsführer Klaus Töpfer. Es sei überraschend, dass sich noch immer DU-Partikeln in der Luft befinden, daher sei eine kontinuierliche Überwachung notwendig und die örtliche Bevölkerung sollte darüber aufgeklärt werden. Dekontaminations-Verfahren wurden sowohl in Serbien als auch in Montenegro bereits gestartet. (pte)

Share if you care.