France-Telecom-Chef - Deutsche UMTS-Vorgaben gefährden Unternehmen

29. März 2002, 22:22
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Fusionen zwischen UMTS-Lizenzinhabern sollen möglich werden

Der Chef des französischen Telekommunikationskonzerns France Telecom, Michel Bon, hat vor einem Zusammenbruch von vier Mobilfunkbetreibern in Deutschland gewarnt, falls die Regulierungsbehörde weiterhin Fusionen von UMTS-Lizenzinhabern erschwere.

Gefahr

Sollte sich daran nichts ändern, "laufen in Deutschland vier UMTS-Anbieter Gefahr, Bankrott zu gehen", sagte Bon dem Nachrichtenmagazin "Focus" in einem am Freitag erschienenen Vorabbericht. Damit meine Bon die vier kleineren Lizenznehmer MobilCom, E-Plus, Quam und O2 (bisher Viag Interkom).

Forderungen

Bon hatte bereits mehrfach gefordert, dass Fusionen unter UMTS-Lizeninhabern in Deutschland möglich sein sollten. Für den Büdelsdorfer Mobilfunkanbieter MobilCom, an dem France Telecom beteiligt ist, könne er sich eine Allianz mit jedem der drei kleineren Anbieter vorstellen.

Regulierungen

Dem stehen allerdings die Regelungen entgegen, die im Jahr 2000 bei der Versteigerung der Lizenzen durch die Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post festgelegt wurden. Danach darf nach gängiger Rechtsauffassung kein Lizenznehmer zwei Lizenzen besitzen. Im Falle eines Zusammengehens von zwei Unternehmen mit je einer deutschen UMTS-Lizenz ist eine der Betriebsgenehmigungen entschädigungslos an den deutschen Staat zurückzugeben. Zudem dürfen die Lizenzen nicht verkauft werden.

Background

France Telekom ist über ihre Mobilfunktochter Orange mit 28,5 Prozent Großaktionär bei der deutschen MobilCom. Nach langen Differenzen über die UMTS-Kosten einigte sich das französische Unternehmen mit dem anderen Großaktionär, MobilCom-Chef Gerhard Schmid, in der vergangenen Woche auf einen Verkauf seines 40-Prozent-Anteils an eine Gruppe von Banken. (APA/Reuters)

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