Fußball ist nicht für den Platz reserviert

30. März 2002, 17:35
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Neulich habe ich eine Frau gefragt, ob sie den Unterschied zwischen Männern und Frauen ebenfalls für viel unwesentlicher hält, als er propagiert wird. "Nein", antwortete sie, "ihr seid völlig anders. Ihr Männer müsst überall, wo man geht, mit dem Fuß auf Dosen oder so draufpracken! Dabei verfällt ihr quasi automatisch in diesen absurden Fußball-Tänzer-Schritt. Das schaut total komisch aus!"

Als mir keine Antwort einfiel, setzte sie nach: "Am schlimmsten ist es zur Kastanienzeit!" "Sportarten, bei denen man keine Tore erzielen kann, sind eben langweilig", gab ich etwas lahm zurück. Ich finde es zum Beispiel öde, längere Strecken zu laufen. Vor allem, seit einem von den Covers der deprimierend gleichgeschalteten Wochenmagazine regelmäßig der sonnenbraune Guru entgegengrinst.

Die Jogger joggen unter seiner Anleitung langsamer als vorher, dafür joggen insgesamt mehr Jogger. Wenn der Mensch einen natürlichen Feind hätte, denke ich oft, sagen wir, einen Dinosaurier, dann würden diese Kriechläufer alle gefressen und somit weg-evolutionalisiert! Manchmal fragen mich Freunde: "Kommst nach Schönbrunn, laufen?" Im Geheimen nenne ich ihren Sport aufgrund seiner dramatischen Sinnlosigkeit "Davonlaufen". Im Herzen bin ich nämlich ein Parkkicker. Stammverein: Donnenbergpark (Salzburg-Nonntal). In den frühen Neunzigern wechselte ich zum Sigmund-Freud-Park, und seit einigen Jahren spiele ich sporadisch für Wienerbergsee, Birnersteg oder Jesuitenwiese.

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