Internationaler Kongress für Essstörungen in Graz

29. März 2002, 12:58
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Graz - Sie hungern bis zum Umfallen und stopfen sich voll bis zum Erbrechen: Rund 200.000 Österreicherinnen leiden an Essstörungen. Von der besonders unter Mädchen und jungen Frauen verbreiteten Magersucht (Anorexia nervosa), Ess-Brechsucht (Bulimia nervosa) sowie den Heißhungeranfällen (Binge eating disorder) sind aber immer häufiger auch Männer betroffen, so Birgit Steinbrenner von der Grazer Universitätsklinik für Psychiatrie. Die neuesten Therapiestartegien werden vom 5. bis 6. April beim "Internationalen Kongress für Essstörungen" in Graz vorgestellt werden.

Essstörungen stellen heute nach wie vor für Frauen ein Gesundheitsproblem dar. Während männliche Essstörungs-Patienten im vergangenen Jahrzehnt allerdings noch als "absolutes Kuriosum" auf der Grazer Uniklinik galten, so habe sich die Zahl der Patienten, die sich in stationäre Behandlung begeben, in den vergangenen drei Jahren auf "vier bis fünf pro Jahr" eingependelt, so Steinbrenner.

Idealfigur

Das herrschende Bild des attraktiven, dynamischen Menschen mit übermäßig schlankem Körper scheine dazu zu führen, dass immer mehr Männer vom "Waschbrettbauch" träumen. In Kombination mit persönlichen Krisen, seelischen Verletzungen könne der Wille zur "Idealfigur" in einer gesundheitsschädigenden Essstörung münden. (APA)

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