Beko in die roten Zahlen gerutscht

29. März 2002, 12:46
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Weitere Zukäufe an der Börse geplant - Beteiligung an Brain Force soll erhöht werden - Neue Beko-Aktionäre gesucht

Die Wiener IT-Finanzholding Beko Holding AG, die u.a. das Softwarehaus Beko Ing.P. Kotauczek GmbH sowie Beteiligungen an der Offert.com Internet Services AG, am Callcenterbetreiber CLC, an der Tele.Trader Software AG, den Beko-Töchtern in Ungarn und Tschechien sowie an der Brain Force umfasst, ist 2001 im operativen Geschäft in die roten Zahlen gerutscht. "Wenn die Konjunktur Mitte 2002 wieder anspringt, werden wir mit größter Wahrscheinlichkeit heuer wieder schwarze Zahlen schreiben", sagte Beko Holding-Vorstandsvorsitzender Peter Kotauczek heute, Freitag, bei der Bilanzpressekonferenz.

Umbruch

"Im Vorjahr wäre ein überzeugenderer Turnaround geplant gewesen, wir sind aber wegen starken Rückgängen im vierten Quartal 2001 nicht über die Null gekommen", berichtete Kotauczek. Durch den Umbruch der österreichischen Bankenlandschaft seien Märkte nach Deutschland weggebrochen. Vor allem der hohe Personalaufwand habe zu einem negativen Betriebsergebnis (EBIT) von 2,2 Millionen Euro - nach plus 1 Million Euro - geführt.

Eigensicht

Die Beko Holding sehe sich als softwarelastiger Finanzinvestor mit einer Kriegskasse von 26 bis 35 Milionen Euro - mit einem Verschuldungsspielraum von 50 Millionen Euro, bemerkte Kotauczek. Beko wolle sich auch künftig an der Börse bei IT-Unternehmen stärker einkaufen, aber: "Es gibt derzeit zwar billige Aktien am Markt, aber nicht ausreichende Stückzahlen. Wir sitzen auf unserer Kriegskasse und können nichts damit anfangen", so Kotauczek. Auch Aktien von Brain Force, an der Beko derzeit fünf Prozent hält, würde Beko "massiver kaufen", wenn mehr Aktien zum Verkauf stünden. Eine Vollfusion mit Brain Force schließt Kotauczek aber aus: "Wir können als Finanzholding schon rein rechtlich nicht mit einem Softwarehaus verschmelzen."

Strategien

Heuer wolle Beko neue strategische Aktionäre gewinnen, die alte Großaktionäre ablösen sollen, betonte Kotauczek. Gleichzeitig soll auch der Streubesitz erhöht werden. Einen Gang an die Wiener Börse schließt die am Frankfurter Neuen Markt notierte Beko Holding aus, da "der österreichische Kapitalmarkt langfristig zu klein" sei, da sich Beko als "Key-Player in Mitteleuropa" sehe.

Umsatzsteigerung

Beko steigerte 2001 den Umsatz um 7,5 Prozent auf 83,5 Millionen Euro. Wegen eines positiven Finanzergebnisses konnte der Verlust im Ergebnis vor Steuern (EGT) von 9,1 Millionen Euro auf rund 700.000 Euro verringert werden. Das Ergebnis nach Steuern belief sich auf minus 1,1 (nach minus 8,0) Millionen Euro. Das Konzernjahresergebnis war mit minus 0,4 (nach minus 7,6) Millionen Euro zwar ebenfalls besser, aber negativ. Den Verlust je Aktie beziffert Beko mit 6 Cent (Vorjahr: minus 1,29 Euro). (APA)

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