21 Philippinos ließen sich ans Kreuz schlagen

29. März 2002, 11:40
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Alte Tradition lockt Touristen an

Cutud - Auf den Philippinen haben sich am Karfreitag 21 Menschen an Holzkreuze schlagen lassen, um die Leiden Jesu Christi nachzuempfinden. Hunderte Besucher des Kreuzigungsrituals, unter ihnen ausländische Touristen, verfolgten in dem Ort Cutus rund 80 Kilometer nördlich der Hauptstadt Manila, wie 17 Männern und einer Frau zehn Zentimeter lange Nägel durch Hände und Füße geschlagen wurden. Auch in der südphilippinischen Stadt Zamboanga wurden drei Männer ans Kreuz genagelt.

"Der Herr vergebe mir, der Herr vergebe mir", sang der 41-jährige Ruben Enaje, der sich bereits zum 17. Mal ans Kreuz schlagen ließ. Zahlreiche junge Männer waren vor der Kreuzigung durch die Straßen von Cutud gelaufen und hatten sich mit Bambusstöcken den Rücken blutig geschlagen. Sie wollten auf diese Weise für ihre Sünden büßen und ihre Hingabe zu Gott zum Ausdruck bringen.

Die Kirche in dem überwiegend katholischen Land hat das Ritual stets missbilligt. Die Behörden von Cutud hatten jedoch auf alte Traditionen verwiesen. Kritikern zufolge will die Gemeinde mit den Kreuzigungen Touristen anlocken. (APA/Reuters)

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