Australien: Demonstrationen rund um Internierungslager

30. März 2002, 11:36
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Fahndung nach ausgebrochenen Asylbewerbern - Zusammenstöße mit Sondereinsatzkräften

Sydney - Die australische Polizei hat am Samstag noch nach neun Asylbewerbern gefahndet, die am Freitag bei einem Massenausbruch aus dem Internierungslager Woomera geflohen waren. Insgesamt 46 Lagerinsassen hatten den Stacheldrahtzaun um das Wüstenlager überwunden. Der Ausbruch ereignete sich während Zusammenstößen zwischen Polizeikräften und rund 700 Demonstranten.

Auch am Samstag demonstrierten wieder 400 Menschen vor dem Lager gegen die Behandlung der Asylbewerber. Nach Polizeiangaben wurden 37 Personen, die ausgebrochen waren und wieder gefasst wurden, und 16 Demonstranten nach einer Nacht voller Gewalt festgenommen.

In dem berüchtigten Lager werden rund 300 überwiegend irakische und afghanische Asylbewerber festgehalten. Die Bearbeitung ihrer Visaanträge dauert oft Jahre. Anfang des Jahres hatten afghanische Flüchtlinge in Woomera mit einem zweiwöchigen Hungerstreik auf ihre Situation aufmerksam gemacht, dabei hatten sich einige von ihnen die Lippen zugenäht.

UNO-Menschenrechts-Hochkommissarin Mary Robinson hatte ihre tiefe Besorgnis über die Behandlung der Asylsuchenden in australischen Flüchtlingslagern ausgedrückt. Das UNO-Hochkommissariat für Flüchtlinge (UNHCR) hat gegen die Inhaftierung von Asylsuchenden protestiert.

Die australische Regierung hatte vor den Wahlen im November behauptet, Flüchtlinge hätten ihre Kinder ins Meer geworfen, um die Marine unter Druck zu setzen und die Einreise zu erzwingen. Entsprechende Fotos von im Meer treibenden Kindern sollten die Aussage untermauern. Nach einem Untersuchungsbericht waren die Fotos jedoch gefälscht. (APA/AP)

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