Unilever schließt Kuner-Werk in Wien

29. März 2002, 12:37
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Standort mit mehr als 100 Jahren Geschichte wird aufgelöst - 65 Mitarbeiter betroffen

Wien - Die Österreich-Tochter des britisch-niederländischen Nahrungsmittelriesen Unilever will das traditionsreiche Kuner-Werk in Wien-Atzgersdorf mit derzeit rund 60 bis 65 Mitarbeitern schließen. Wie das Nachrichtenmagazin "profil" in seiner am Samstag erscheinenden Ausgabe berichtet, soll der genaue Zeitpunkt der Betriebsschließung noch nicht feststehen, es werde aber bereits mit dem Betriebsrat über einen Sozialplan für die betroffenen Mitarbeiter verhandelt. Im heurigen Jahr werde jedenfalls noch voll produziert, so Geschäftsführer Ernst Klicka am Freitag .

Rückläufiger Markt

Als Grund für die Schließung wird der rückläufige Margarine-Markt in Europa genannt. Künftig sollen etwa 50 Prozent der bisherigen Produktion von 26.000 Tonnen von "anderen österreichischen Erzeugern" übernommen werden, so Klicka. Die Verträge seien aber noch in Verhandlung.

In dem seit 107 Jahren bestehenden Werk wurden zuletzt die Margarine- und Speiseöle der Marken Rama, Thea, Becel, Vita, Ceres und Bona sowie ein Teil der Kuner-Mayonnaise produziert. Bei der Präsentation der Bilanz des Geschäftsjahres 2001 im Februar hatte es bereits geheißen, der Standort Atzgersdorf sei "in Diskussion".

Mit der endgültigen Schließung des traditionsreichen Kuner-Werks in Wien-Atzgersdorf hat der Unilever-Konzern alle österreichischen Produktionen - bis auf das erst 2001 zugekaufte Bestfoods-Werk (Knorr) in Wels - geschlossen bzw. wie im Fall des Iglo-Werks in Großenzersdorf bei Wien verkauft. Der Konzern beschäftigt derzeit noch rund 800 Mitarbeiter und hat im Vorjahr 460 Mill. Euro (460 Mill. Euro/6,33 Mrd. S) umgesetzt. Ende 1994 hatte der Konzern in Österreich noch 3.292 Mitarbeiter und setzte 8,7 Mrd. S um. (APA)

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