VW-Busse, die zum Stammtisch tuckern

28. März 2002, 22:17
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Das Treffen der "Wiener VW-Bus-Freunde" am Parkplatz vom Karl-Wirten

Wien - "Was hast du?" - "Einszwanzig." - "Hm. Ich hab nur einsfünfzehn." - "Ha! Mein's is' einssechzig!" Was halt so geredet wird am Parkplatz. Im Moment werden gerade die Liegestätten begutachtet: "Einssechzig breit? Aber da kriegst kein Kastl mehr rein."

Es ist wieder VW-Bus-Stammtischzeit, diesmal sind sie in das Industriegebiet von Wien-Liesing getuckert, zum Parkplatz vom Karl-Wirten. Sensationelle neun Busse sind diesmal gekommen - sogar ein Lilienfelder, der Hannes, wird mit großem Hallo begrüßt.

Was für ein Unterschied zum "ersten offiziellen Treffen der Wiener VW-Bus-Freunde" im Herbst 2000. Damals waren zwei Busse zum Cobenzl-Parkplatz gekommen: GabiKo und Kerstan (weil: Spitznamen haben sie natürlich fast alle, die VW-Bus-Freunde). Dort begutachteten sie erstmals wechselweise ihre Gefährte, Ein- und Umbauten. Bei den nächsten Treffen wurden es immer mehr. Einmal konnten sie sogar schon den Kreisverkehr von Neunkirchen mit vier Umrundungen blockieren.

California"-Modell

Diesmal ist es wieder einmal Tom mit seinem "California"-Modell, der brilliert (wegen des "California"-Busses heißt seine Freundin auch GabiCa - im Unterschied zu GabiKo). Sein Bus ist ein "T3" - wie alle hier - samt Unterboden-Gastank, der bis zu drei Wochen lang Saft für Eiskasten, Gasherd und Standheizung liefert. Im Mai geht's damit nach Schottland.

Kerstan und seine "Claravelle" kontern mit ihrem Selbstbau-Innenleben - "viel mehr Stauraum! Und schau, das hat keiner": ein einhängbares Brett als Stehbar für Außenstehende. "Was hat der Motor eigentlich gehabt?", fragt einer der Busfreunde. Kerstan: "Ich weiß es nicht. Der Mechaniker hat einfach alle Kerzen rausgeschraubt, Benzin mit einem Löffel eingefüllt - und seither rennt er wieder wie ein Glöckerl."

Nachdem sie lange genug gefroren haben, sitzen sie dann alle beim Karl-Wirten. "Da schau: ein Zubehörkatalog aus 1958!" - "Boah! Schau! Die Auspuffzierblende! Bist du deppat!"

Und dann fahren sie wieder ihrer Wege. Bis zum nächsten Stammtisch. (Roman Freihsl, DER STANDARD Print-Ausgabe 29.März 2002)

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