"Blasen bitte!" - Schwerpunktkontrollen über Ostern

29. März 2002, 16:20
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Zahl der Alkotests in fünf Jahren um die Hälfte gestiegen

Wien/Bregenz - "Denken Sie an Ihre persönliche Sicherheit und nehmen Sie den Fuß vom Gas", appellierte VP-Innenminister Ernst Strasser an Autofahrer, die über die Osterfeiertage unterwegs sind.

Seit Freitag, werden im gesamten Bundesgebiet jedenfalls Schwerpunktkontrollen durchgeführt. Schließlich starben in der Osterwoche des Vorjahrs insgesamt 23 Verkehrsteilnehmer, elf wurden allein von Karfreitag bis Ostermontag getötet. Neben Tempo, Abstand und Gurten wird vor allem auch der Alkoholkonsum überprüft.

Gestiegene Testanzahl

In einem am Gründonnerstag präsentierten Bericht des Rechnungshofes (RH) kommt die Kontrollinstanz zum Schluss, dass sich Alkomaten bewährt hätten, aber noch mehr Kontrollen nötig seien. Im Detail: Bei Gendarmerie und Polizei ist die Anzahl der mit Alkomaten durchgeführten Tests von 1996 bis 2000 von 88.144 auf 129.672 gestiegen. Im jüngsten Berichtsjahr kam es zu 35.000 Anzeigen nach der Straßenverkehrsordnung (mehr als 0,8 Promille) und 8000 Anzeigen nach dem Führerscheingesetz (0,5 bis 0,79 Promille).

Alkoholunfälle steigen wieder an

Pro Unfall mit alkoholisiertem Lenker fallen laut RH-Bericht rund 66.200 Euro Folgekosten an, ansonsten sind es 50.800 Euro. 2557 Unfälle haben betrunkene Fahrzeuglenker im Jahr 2000 verursacht, dabei wurden 3643 Menschen verletzt und 66 getötet. Dadurch entstanden Kosten von 169 Millionen Euro. Der Rechnungshof empfiehlt mehr Verkehrserziehung in den Schulen, zielgerichte Kontrollen und Nachschulungen. Nach Einführung der 0,5-Promille-Grenze im Jänner 1998 sei es kurzfristig zu einer Abnahme der Zahl von Alk-Unfällen gekommen, seit 1999 stiegen die Zahlen von Unfällen und Verletzten wieder an, die der Todesopfer sinke.

Am Gründonnerstag fanden sich denn auch die ersten Autofahrer auf Österreichs Straßen zu einem der weit verbreitetsten Osterbräuche zusammen - zum Verkehrsstau. Der traditionelle Geduldsritus wurde zunächst auf der Vorarlberger Rheintalautobahn (A 14) zelebriert, heute und morgen soll der Urlauber- und Ausflugsverkehr schließlich zum flächendeckenden Stillstand auf österreichischen Transitrouten führen. Aber immerhin lässt das Wetter die Wartenden nicht im Regen stehen, Meteorologen prophezeien Sonne und Temperaturen von mehr als 15 Grad. (red, DER STANDARD Print-Ausgabe 29.März 2002)

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