Erste Bank verteidigt Spendenoffert in Prag

28. März 2002, 18:53
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"Unterstützung für EU-Beitritt Tschechiens"

Wien - Erstaunt über die negativen Reaktionen in der Öffentlichkeit auf das Spendenangebot der tschechischen Tochter Ceska sporitelna an drei der vier im Parlament vertretenen Parteien zeigte sich die Erste Bank. "Wir wollen damit jene Parteien unterstützen, die im Wahlkampf für den EU-Beitritt Tschechiens eintreten, da dies auch im Interesse unserer Tochterbank liegt", erklärte Erste Pressesprecher Michael Mauritz.

Dass das Spendenoffert, insgesamt 7,5 Mio. Kronen (240.000 Euro), öffentlich erfolgt sei und nicht über dunkle Kanäle, wertet Mauritz als Beweis für die Lauterkeit der Absicht. In Tschechien gebe es im Gegensatz zu Österreich keine staatliche Parteienfinanzierung. Die Parteien seien auf Mitgliedsbeiträge und Spenden, die vornehmlich aus der Wirtschaft kämen, angewiesen.

"Zeitlich verheerende Optik"

Dass das Spendenoffert an die Parteien gleichzeitig mit dem Angebot der Erste-Hauptaktionärin AVS, den Streubesitz der Ceska sporitelna (48 Prozent des Kapitals) um 375 Kronen je Aktie aufzukaufen, bekannt gegeben wurde, ist für Mauritz dagegen "eine zeitlich verheerende Optik". Es könne aber niemand annehmen, dass damit Einfluss auf die Preisgestaltung genommen werden soll.

Kritik an dem angebotenen Kaufpreis für den Ceska sporitelna Streubesitz wies Mauritz zurück. Es hätte auch positive Stimmen dazu gegeben. So hätten Analysten von Merrill Lynch und der Bank Austria den Minderheitsaktionären geraten, das Offert anzunehmen. Erste-Chef Andreas Treichl hatte bei der Präsentation des Kaufangebots darauf hingewiesen, dass der Preis um rund 20 Prozent über dem Durchschnittskurs der letzten sechs Monate liege und damit durchaus fair sei. (gb, DER STANDARD, Printausgabe 29.3.2002)

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