EZB-Verteilungsschlüssel

28. März 2002, 18:45
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Für die Verteilung der von der Europäischen Zentralbank (EZB) erwirtschafteten Einkünfte aus dem Gegenwert für die ausgegebenen Banknoten, der so genannten Seigniorage, wurde folgender Schlüssel festgelegt: Zur Hälfte wird dabei die Bevölkerungszahl jedes der zwölf Länder berücksichtigt, zur Hälfte die Wirtschaftskraft, ausgedrückt im Bruttoinlandsprodukt. Gemessen am Bargeldumlauf in Schilling (per Ende 2001) stünde Österreich ein Anteil von 3,6 Prozent zu, der EZB-Verteilungsschlüssel ergibt aber nur knapp drei Prozent.

Der Bargeldumlauf in der Eurozone liegt derzeit bei rund 280 Mrd. Euro. Rein rechnerisch würde sich der Österreich-Anteil daran von 10,1 Mrd. Euro (3,6 Prozent) in den nächsten fünf Jahren schrittweise auf 8,4 Mrd. Euro (drei Prozent) reduzieren. Bei angenommen fünfprozentiger Verzinsung gingen damit 85 Mio. Euro pro Jahr "verloren". (gb, DER STANDARD, Printausgabe 29.3.2002)

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