Auszüge aus der "Deklaration von Beirut"

28. März 2002, 17:15
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Nahost-Friede muss "gerecht und umfassend" sein

Beirut - Die 22 Mitgliedsländer der Arabischen Liga haben zum Abschluss ihres Gipfeltreffens in der libanesischen Hauptstadt eine "Deklaration von Beirut" verabschiedet. Es folgen Wortlautauszüge in einer inoffiziellen Übersetzung der Deutschen Presse-Agentur:

"Wir, die Könige, Präsidenten und Prinzen der Arabischen Staaten (...) haben die jüngsten gefährlichen regionalen und internationalen Veränderungen studiert und die Herausforderungen, denen sich die arabische Nation stellen muss (...), darunter den totalen, zerstörerischen Krieg, den Israel unter dem Vorwand der Terrorbekämpfung in den besetzten palästinensischen Gebieten unter Ausnutzung der katastrophalen Ereignisse vom September (2001) und der internationalen Verurteilung dieser Ereignisse begonnen hat."

"Wir bekräftigen, dass der Frieden im Nahen Osten keinen Erfolg haben kann, wenn er nicht gerecht und umfassend ist und die Beschlüsse 242, 338 und 425 des Sicherheitsrats (der Vereinten Nationen) und das Prinzip 'Land gegen Frieden' umsetzt. (...) Außerdem fordern wir (von Israel)

a) den vollständigen Rückzug aus den arabischen Gebieten, auch vom syrischen Golan (...) auf die Linie vom 4. Juni 1967 (vor Ausbruch des Sechstagekriegs, Anm.) und aus den immer noch besetzten Gebieten im Südlibanon (Shebaa-Ländereien).

b) das Erreichen einer gerechten Lösung für das Problem der palästinensischen Flüchtlinge (...) auf Grundlage der Resolution 194 der UNO-Vollversammlung (1948).

c) die Gründung eines unabhängigen palästinensischen Staates in den seit dem 4. Juni 1967 besetzten palästinensischen Gebieten - im Westjordanland und im Gaza-Streifen - zu akzeptieren, dessen Hauptstadt Ostjerusalem ist".

"Dann werden die arabischen Staaten

a) den arabisch-israelischen Konflikt für beendet erklären und eine Friedensvereinbarung mit Israel schließen, verbunden mit der Verwirklichung von Sicherheit für die gesamte Region und

b) im Rahmen dieses Friedens normale Beziehungen zu Israel aufbauen."

"Die Sitzung der Arabischen Liga ruft alle Staaten und die (Nahost-)Region auf, diesen Vorschlag zu unterstützen. (Außerdem soll) ein spezielles Komitee eingerichtet werden, dem mehrere Mitgliedsländer angehören. Der Generalsekretär (der Arabischen Liga) soll die im Zusammenhang mit diesem Vorschlag notwendigen Kontakte aufnehmen."(APA/dpa)

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