Bürgermeisterin kritisiert Polizei

28. März 2002, 16:36
1 Posting

Staatsanwalt will mit Blick auf Opfer weiter ermitteln

Nanterre/Paris - Nach dem Selbstmord des Amokläufers von Nanterre in Polizeihaft hat die Bürgermeisterin die Arbeit der Pariser Kriminalpolizei scharf kritisiert. Es gebe "keine Entschuldigung" für den Freitod des 33-jährigen Richard Durn, sagte Jacqueline Fraysse, die am Vortag das Blutbad im Rathaus überlebt hatte, am Donnerstag vor Journalisten.

Recht auf Prozess

Die Hinterbliebenen des Dramas hätten ein Anrecht auf einen Prozess. Durns Selbstmord sei "schändlich, abscheulich und eines Landes wie des unseren unwürdig". Die Nachricht von der Tat verstärke den Schmerz der Opfer und ihrer Familien.

Ermittlungen werden fortgesetzt

Der Staatsanwalt von Nanterre, Yves Bot, versprach, seine Ermittlungen fortzusetzen. Die Umstände des Falles würden beleuchtet werden. Bei einem klassischen Mord würden die Ermittlungen eingestellt, wenn der Mörder ein Einzeltäter sei und sich umbringe, sagte Bot. Eine der Aufgaben der Justiz sei es aber, sich um die Opfer zu kümmern. Wenn die Ermittlungen fortgesetzt würden, könnten die Opfer ihnen folgen, als ob sie Nebenkläger in einem Verfahren wären.

Mehrere Abgeordnete der bürgerlichen Opposition in der Pariser Nationalversammlung griffen wegen des Selbstmordes die Linksregierung an und forderten den Rücktritt der Innen- und Justizminister, Daniel Vaillant und Marylise Lebranchu. (APA/AFP)

Share if you care.