WKÖ lehnt "Dirigismus bei Förderungen" ab

28. März 2002, 15:50
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Wifi-Experte hatte für gezieltere Förderung plädiert

Wien - Die Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) lehnt einen Vorschlag des Wirtschaftsforschers Ewald Walterskirchen (Wifo) ab, von der Lehrlingsförderung für alle Unternehmen abzukehren und diese auf aussichtsreiche Lehrberufe zu beschränken und nennt dies "Dirigismus bei Förderungen". "Jede Förderung einzelner Branchen bedeutet ausdrücklich eine Nicht-Förderung der jeweils anderen Branchen", hebt der Abteilungsleiter Bildungspolitik der WKÖ, Michael Landertshammer, am Donnerstag in einer Pressemitteilung hervor.

Der WKÖ-Experte hält es für wenig sinnvoll, den von Walterskirchen als Beispiel angeführten EDV-Bereich nur auf Grund einer AMS-Statistik zu betrachten. Obwohl es zur Zeit mehr Interessenten als angebotene Lehrstellen gebe, müsse man sich vergegenwärtigen, dass dieser Bereich ohnehin "mit beispielloser Geschwindigkeit" wachse. Immerhin würden mindestens drei Viertel aller Lehrlinge in traditionellen Wirtschaftsbereichen ausgebildet, warnt Landertshammer vor einem "fatalen Schuss ins Knie".

In der Mittwochausgabe des "Wirtschaftsblatt" hatte Walterskirchen, Arbeitsmarktexperte am Institut für Wirtschaftsforschung (Wifo), eine Abkehr von der bisherigen Lehrlingsförderung vorgeschlagen. Eine gezielte Förderung von aussichtsreichen Lehrberufen könne dazu führen, dass es sich mehr Zukunftsbranchen leisten könnten, zusätzliche Lehrlinge für eine hoch qualifizierte und kostenspielige Ausbildung aufzunehmen, argumentiert Walterskirchen. Denn der Import von gut ausgebildeten Fachkräften aus dem Ausland könne einen Arbeitskräftemangel nur kurzfristig und auf allzu kostspielige Art lösen. (APA)

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