Eurofighter soll die Nase vorn haben

28. März 2002, 18:18
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"Format" beruft sich in Draken-Nachfolgefrage auf interne Quellen - Debatte um Sinnhaftigkeit von Gegengeschäften

Wien - Das europäische "Eurofighter"-Konsortium soll bei der Abfangjäger-Neubeschaffung die Nase vorne haben. Das berichtet das Nachrichtenmagazin "Format" laut Vorausmeldung am Donnerstag. "Format" beruft sich dabei auf "Quellen aus dem Verteidigungsministerium". Nach dem aktuellen Stand der Angebotsauswertung soll der "Eurofighter Typhoon" sowohl in punkto Technik als auch in Bezug auf die Kompensationsgeschäfte weit in Führung liegen. Die Sinnhaftigkeit solcher Gegengeschäfte wird vom Wirtschaftswissenschaftler Erich Streissler bezweifelt. Der Leiter des Industriewissenschaftlichen Instituts, Werner Clement, äußerte sich im Mittagsjournal hingegen positiv.

Bei den Gegengeschäften erreicht das "Eurofighter"-Konsortium derzeit als einziger Anbieter die vom Verteidigungsministerium geforderten 200 Prozent des Kaufpreises (1,4 bis 1,8 Mrd. Euro). Sowohl die US-amerikanische F-16 als auch der schwedische Gripen würden dahinter liegen, berichtet "Format".

Für Streissler haben sich Gegengeschäfte in der Vergangenheit nicht bewährt. Diese seien "ein Relikt der 50er Jahre", als es noch keinen freien Wettbewerb gegeben habe. Es bestehe die Gefahr, dass mit den Gegengeschäften Firmen subventioniert würden, die ansonsten nicht wettbewerbsfähig wären.

Clement meint hingegen, dass Kompensationsgeschäfte in der Rüstungsbranche nichts außergewöhnliches seien. Sie böten die Chance, Defizite im Bereich der Forschung und Entwicklung auszugleichen. Es könnten nämlich Aufträge und damit verbundene Mittel ins Land geholt werden, die es ansonsten nicht in dieser Dimension gebe, meinte Clement. (APA)

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