Angebliches E-Mail Bin Ladens als authentisch betrachtet

28. März 2002, 15:17
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Chefredakteur hält ihn für den Absender

London - Eine arabische Zeitung in London hat ein E-Mail erhalten, die angeblich von Islamistenführer Osama bin Laden stammt, den die USA als Hauptterrordrahtzieher suchen. Abdel Bari Atwan, der Chefredakteur der Zeitung "Al Quds al-Arabi" sagte am Donnerstag dem britischen Fernsehsender BBC, er halte Bin Laden tatsächlich für den Absender. In dem E-Mail, das den Titel "Ein Kommunique von Osama bin Laden" trägt und in arabischer Sprache verfasst ist, wird der Friedensplan des saudiarabischen Kronprinzen Abdullah scharf kritisiert.

Bari Atwan, der Bin Laden kennt und mehrfach interviewt hat, sagte: "Ich glaube, dass das Mail von Bin Laden ist, denn sie haben uns schon früher anderes Material geschickt und das ist auf die gleiche Weise geschreiben. Diese Sprache ist typisch für ihn." Sollte die elektronische Mitteilung tatsächlich von Bin Laden kommen, so wäre dies der erste Beweis, dass der El-Kaida-Anführer den US-Versuchen, ihn in Afghanistan zu Fall zu bringen, entkommen ist. In dem E-Mail wird der Friedensplan Abdullahs als "zionistisch-amerikanische Initiative in saudiarabischem Gewand" bezeichnet. Es handle sich dabei "lediglich um einen Trick und um eine Verschwörung". Zugleich werden die Selbstmordattentate von Palästinensern gegen Israelis gelobt: "Die Juden versuchen vergeblich zu fliehen, sie finden keinen Schutz und werden explodierenden Körpern ausgesetzt, die sie den Tod fühlen und in Angst leben lassen."(APA/dpa)

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