FPÖ und ÖVP kritisieren Wiener Hochhauskonzept

28. März 2002, 14:41
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Mangelnde Bürgerbeteiligung und beschränkte Zulassung von Autos

Wien - Kritik am Wiener Hochhauskonzept, das am 26. April vom Gemeinderat beschlossen werden soll, haben am Donnerstag Vertreter von FPÖ und ÖVP geübt. FP-Gemeinderat Herbert Madejski forderte ein geregeltes Bürgerbeteiligungsverfahren, den dezitierten Schutz des Weltkulturerbes Innere Stadt und eine präzisere Festlegung potenzieller Hochhausgebiete. Die ÖVP kritisierte die Beschränkung für motorisierte Hochhaus-Benutzer.

Planungsstadtrat Rudolf Schicker (S) betonte, dass die früheren Einwände von ÖVP und Grünen in der nun vorliegenden Version des Konzepts weit reichende Berücksichtigung gefunden hätten. Es habe sehr konstruktive Parteiengespräche gegeben, an denen sich die FPÖ allerdings nicht beteiligt habe.

Bürgerbeteiligung

Madejski hat am Donnerstag in einer Pressekonferenz einige Änderungen in dem Konzept gefordert. Er sprach sich für eine gesetzliche Verankerung der Bürgerbeteiligung aus: Mit dem Hochhauskonzept sollte gleichzeitig eine Novelle der Bauordnung beschlossen werden. Der Schutz der City und ihres Umfelds soll nach dem Willen Madejskis im Konzept festgelegt werden, die Erwähnung der Schutzzonen sei dazu nicht ausreichend. Außerdem: "Alles was im Konzept nicht ausgenommen ist, ist potenziell ein Hochhaus-Standort. Das ist zu schwammig."

Verkehrsanschluss

Die ÖVP kritisierte jene Vorschrift, wonach die Nutzer großteils mit öffentlichen Verkehrsmitteln zum Hochhaus kommen müssen und der Auto-Anteil nur 25 Prozent betragen darf. Dies sei völlig unrealistisch und vergraule das potenzielle Hochhausklientel. "Offensichtlich haben die Grünen in diesem Bereich die Oberhand gewonnen", hieß es dazu im VP-Klub im Rathaus. Die Position der ÖVP sei klar, sagte der geschäftsführende Klubobmann Matthias Tschirf: "Von uns gibt es keine Zustimmung, wenn das aufrecht bleibt."

Schicker betonte, dass nach den Parteieingesprächen nun die ökologische Seite im Konzept stärker berücksichtigt werde. Die FP-Kritik wies er zurück: Die Innenstadt sei als Schutzzone vom Hochhausbau ausgenommen. Eignungszonen seien dezitiert erwähnt und die Bürgerbeteiligung werde in eine der kommenden Novellen der Bauordnung eingearbeitet. (APA)

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