Mehr als ein Drittel unter 625 Euro

28. März 2002, 14:14
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"Prekarisierung" auf den Punkt gebracht: Atypische verdienen "beschämend wenig" - mit Grafik

Wien - "Beschämend wenig" verdienen so genannte atypisch Beschäftige, sagt Andreas Riesenfelder von der "L&R Sozialfoschung" und fordert Abhilfe. Um aber den wirklich Betroffenen helfen zu können, und nicht jenen, die "nur" einen Zuverdienst suchen, sei es notwendig, ab sofort bei jeder dieser Untersuchungen zwei Kategorien einzuführen:

Jene Menschen, die davon leben müssen, weil sie keine andere Arbeit finden und die anderen, die ihr Einkommen aufbessern wollen. Eine solche differenzierte Betrachtungsweise gibt es in den zahlenmäßigen Berechnungen (noch) nicht. Die L&R-Studie, die im Auftrag des Wirtschaftsministeriums erstellt wurde, zeigt, dass 37,1 Prozent der Atypischen insgesamt unter 625 Euro (8.600 Schilling) verdienen, 45,4 Prozent zwischen 625 Euro (8.601 S) und 1.090 Euro (15.000 S). 1.000 Euro ist die von der Politik genannte Summe einer Mindestsicherung.

Bis 1.817 Euro (25.000 S) Einkommen haben 12,7 Prozent, in der nächsten Kategorie - bis 2.544 Euro (35.000 S) - 3,6 Prozent. Mehr als 2.544 Euro (35.000 S) Einkommen haben 1,2 Prozent der nicht typisch Arbeitenden. Die beiden letzten Kategorien, so Riesenfelder, sind deutliche "Zuverdiener".

Für Ein- und AussteigerInnen

"Man sieht ganz klar die positiven Effekte dieser Beschäftigungsart bei Einsteigern, so genannten Aussteigern, also am Anfang bzw. am Ende einer Berufslaufbahn und bei Nebenverdiensten. Da wird der Anspruch auf Flexibilität voll erfüllt, beide Seiten sind zufrieden", konstatiert Riesenfelder. Aber: Vor allem die Atypisch Beschäftigten mit kleinen Einkommen, die davon leben sollten, können dies kaum. "Da kann man wirklich von prekären Arbeitsverhältnissen sprechen" und das Argument der Zufriedenheit könne man für diese Gruppe so nicht stehen lassen.

(apa)

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