Simbabwe: Protest gegen Verhaftung von Journalistin

28. März 2002, 14:06
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Internationales Presse Institut schickt offenen Brief an Präsident Mugabe

Wien - In einem Offenen Brief an den simbabwesischen Präsidenten Robert Mugabe hat am Donnerstag das in Wien ansässige Internationale Presse Institut (IPI) gegen die Inhaftierung einer Korrespondentin der britischen Tageszeitung "Daily Telegraph" protestiert. Die Journalistin Peta Thornycroft war am Mittwochnachmittag in Chimanamani, östlich der Hauptstadt Harare verhaftet worden.

Thornycroft war Berichten über Gewalt gegen Oppositionelle nach gegangen, als sie von vier Polizisten in einem Cafe verhaftet worden wurde. Die Journalistin ist laut IPI zu einem örtlichen Wachposten gebracht worden, wo sie über Nacht fest gehalten worden sei. Thornycroft wird beschuldigt, falsche Informationen veröffentlicht zu haben, die den Staat gefährden könnten sowie öffentliche Gewalt anzuheizen. Ihr drohen nach den neuen Sicherheitsgesetzten bis zu zwei Jahre Haft.

Das IPI sieht in der Verhaftung der Journalistin einen "weiteren Versuch der simbabwesischen Regierung, unabhängige Medien einzuschüchtern und den freien Informationsfluss zu behindern". In dem Schreiben erinnert das IPI an die Pressekonferenz des simbabwesischen Botschafters in Österreich, Tirivafi John Kangai, der am Mittwoch gesagt hatte, Journalisten könnten sich in Simbabwe frei bewegen und frei berichten, er lade alle Journalisten ein, sich vor Ort selbst ein Bild über das Land zu machen. Das IPI zeigt sich "betrübt" darüber, dass diese Worte am selben Tag fielen, an mit Peta Thornycroft eine Journalistin bei dem Versuch verhaftet worden sei, im Sinne der Aussagen des Botschafters zu handeln. (APA)

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    Peta Thornycroft

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