Depression bei McLaren Mercedes

28. März 2002, 14:10
posten

Dem Team von Ron Dennis droht nach mageren Saisonleistungen der Absturz ins Mittelmaß

Sao Paulo - Der Formel-1-Rennstall McLaren-Mercedes steht am Sonntag beim Großen Preis von Brasilien (19:00 MESZ) in Sao Paulo gehörig unter Druck. Nach zwei Saisonrennen weisen die sieggewohnten Silberpfeile mit einem dritten Rang durch Kimi Räikkönen, einem Getriebeschaden und zwei Motorenplatzern eine äußerst bescheidene Bilanz auf, das Team von Ron Dennis muss aufpassen, nicht ins Mittelmaß abzurutschen. "Zwei Ausfälle sind mit Blickrichtung Titel deprimierend", sagte der noch punktlose Vorjahressieger David Coulthard. "Wenn ich wieder ein Wörtchen mitreden will, muss ich die nächsten beiden Grand Prix gewinnen."

Zweite oder gar dritte Geige?

Einen derart miserablen Saisonstart musste McLaren-Mercedes zuletzt 2000 verkraften: Damals standen Mika Häkkinen und Coulthard nach zwei Rennen sogar ohne Punkt da, belegten aber in der Schlusswertung noch den zweiten bzw. dritten Platz hinter Michael Schumacher. Freilich ist es nicht das Ziel des britisch-deutschen Teams, auch heuer wieder die zweite Geige hinter Ferrari und seinem deutschen Superstar zu spielen oder gar hinter die mächtig aufstrebende Williams-BMW-Allianz zurückzufallen.

Erhobenen Hauptes nach Brasilien

"Wir werden Fortschritte machen", kündigte McLaren-Chef Dennis nach dem Desaster von Malaysia an. "Ob sie reichen, schon in Sao Paulo zu siegen, weiß ich nicht." Auch Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug ist vom Aufschwung überzeugt und versprach sportliche Konter des angeschlagenen Teams: "Wir sind nach Niederlagen immer wieder auferstanden. Wir fahren nicht mit gesenktem Haupt nach Brasilien."

"Kein Fahrer- und kein Strukturproblem"

Die zu den beiden Motorschäden führenden Fehler seien analysiert worden. "Wir müssen unser Paket besser nutzen und emsig arbeiten", forderte der Mercedes-Mann noch mehr Effizienz und mehr Engagement. Zudem strich Haug heraus, dass McLaren-Mercedes "kein Fahrer- und kein Strukturproblem" habe. Auch Coulthard ist trotz seines Frustes davon überzeugt, dass die richtigen Piloten im Silberpfeil sitzen. "Räikkönen/Coulthard kann ein genau so starkes Tandem werden wie Häkkinen/Coulthard", sagte der Schotte dem Fachmagazin "sport auto". (APA/dpa)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Wer sein Fahrzeug liebt, der schiebt, dachte sich Coulthard während der ersten Trainingssession in Sepang. Im Rennen lief es dann nicht besser; Totalausfall bei den erfolgsverwöhnten Silberpfeilen.

Share if you care.