Aufbau eines arabischen Forschungsnetzwerks

28. März 2002, 13:34
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Es soll Universitäten, Regierungen und Unternehmen umfassen

London - Arabische Forscher wollen die Wissenschaft im Nahen Osten durch ein Computernetzwerk für die Verbindung von Universitäten, Regierungen und Unternehmen fördern. Durch die Technologie-Initiative soll ein virtuelles Laboratorium entstehen, in dem Wissenschaftler nicht nur regional, sondern über die arabische Welt hinaus kooperieren und Ideen austauschen. Kopf der Initiative ist der Managing-Director des britischen Unternehmens KnowledgeView, Ali Assam.

"Durch das Computernetzwerk wird ein organisierter Dialog mit dem Westen ermöglicht, der auch die zwischenstaatliche Verständigung fördern soll", hofft Assam im Gespräch mit dem BBC-Programm Go Digital. Teil des Projektes wird es sein, ein virtuelles Lab zu errichten. In einer 3D-Umwelt können Wissenschaftler und Studenten über Ideen diskutieren. Ihr "wahres" Gesicht soll durch digitale Charaktere in der virtuellen Welt repräsentiert werden. Ein wesentliches Ziel der Initiative ist die Forschungsförderung der arabischen Studenten. Sie müssten mit Unterstützung des Netzwerkes ihre Heimat nicht mehr verlassen. Derzeit zieht es einen Großteil der Studenten aufgrund der besseren Forschungsbedingungen in den Westen.

Noch in der Antike waren arabische Staaten führend in der Wissenschaft und ließen Europa in Forschungsbereichen wie Algebra und Astronomie hinter sich. Derzeit betragen die Ausgaben für Forschung gemessen am Bruttoinlandsprodukt lediglich 0,15 Prozent, verglichen mit einem globalen Durchschnittswert von 1,4 Prozent. Assam sieht in der Suche nach dem Anschluss an neue Technologien eine zwingende ökonomische Notwendigkeit, denn Erlöse aus Ölgeschäften reichten nicht ewig. Er hofft, dass das Netzwerk die wesentlichen Forschungsbereiche des Nahen Ostens, Solarenergie und Wasser-Management, durch die Verbindung zwischen Forschern und Unternehmern fördern wird. (pte)

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