Constantia Privatbank rät zu Aktienkäufen

28. März 2002, 13:21
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Zykliker in USA und Europa am attraktivsten

Wien - Die Wertpapierexperten der Constantia Privatbank sehen angesichts der sich immer deutlicher abzeichnenden Erholung der US-Konjunktur eine günstige Ausgangsbasis für Aktienengagements. "Die konjunkturelle Wende ist da - es schaut wirklich ziemlich gut aus", sagte die Geschäftsführerin der Constantia Privatbank KAG, Elisabeth Staudner am Freitag. Die "Double Dip-Rezession" sei abgesagt, Angst vor einem neuerlichen Rückschlag der US-Konjunktur sei nicht angebracht.

US-Zinserhöhungen

Als Pferdefuß des konjunkturellen Frühlings sieht Staudner die sich bereits abzeichnenden Zinserhöhungsphase durch die US-Notenbank Fed. Ängste vor der Zinswende seien jedoch unbegründet, schließlich handele es sich bloß um eine Rückkehr zu normalen Raten. Die Constantia-Expertin geht davon aus, dass das US-Zinsniveau ab Ende des zweiten Quartals bis Jahresende sukzessive bis 2,75 oder 3,00 Prozent angehoben wird, was immer noch ein freudliches Investitionsklima darstelle. In Europa bestehe für die EZB vor Jahresende jedoch kaum Handlungsbedarf.

Unterm Strich erwartet Staudner ein 2,1-prozentiges Wachstum der US-Wirtschaft im laufenden Jahr, während sich Europa auf Grund der leicht zeitverschobenen Entwicklung zur USA mit einem Plus von 1,2 Prozent begnügen müsse. Auch die japanische Wirtschaft habe die Talsole erreicht, ab 2003 sollten wieder positive Wachstumsraten möglich seien.

Zykliker empfohlen

Am attraktivsten erscheinen Staudner die Aktienmärkte in den USA und Europa, denen sie ein Kurspotenzial von jeweils 10 bis 15 Prozent bis Jahresende zutraut. Gute Chancen böten auch Aktienengagements in die Emerging Markets in Osteuropa und Asien, während für Japan noch Vorsicht angebracht sei. Staudner bevorzugt in dieser Phase vor allem zyklische Branchen, da diese im Gegensatz zu defensiven Titeln erfahrungsgemäß auch bei steigenden Zinsen gut performten.

Zwar stuft Staudner Aktien - vor allem in den USA - vom Kurs/Gewinn-Verhältnis (KGV) zwar nicht als billig ein, allerdings seien die KGVs am Ende einer Abschwungphase immer "höllisch hoch". Die Gewinnschätzungen der Analysten für US-Unternehmen gingen wegen der Konjunkturerholung jedoch bereits "irrsinnig nach oben", zudem würden die im vergangenen Herbst eingeleiteten Restrukturierungen und Kosteneinsparungen erst im laufenden Geschäftsjahr in den Unternehmensbilanzen Niederschlag finden.

Risken sieht Staudner vor allem in einer Eskalation im Nahen Osten. Aber auch größeren Insolvenzen könnten die Börsen belasten, denn Pleiten seien typisch für diese Wirtschaftsphase. (APA)

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