Schröder: Einfluss Berlusconis wäre "nicht unproblematisch"

28. März 2002, 20:34
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Mindestens eine glaubhafte Trennung von Politik und Geschäft sei nötig, so der deutsche Kanzler - Berlusconi: "Ich bin draußen"

Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) hat sich kritisch über einem möglicherweise wachsenden Einfluss des italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi auf den deutschen Medienmarkt nach einer Übernahme des Kirch-Konzerns geäußert.

Schröder sagte dem "Spiegel" in einem am Donnerstag vorab verbreiteten Interview: "Bei Berlusconi glaube ich, dass es nicht unproblematisch ist, wenn ein Ministerpräsident eines mit uns befreundeten Landes über seine privaten Unternehmen ausgerechnet im deutschen Medienbereich Einfluss hätte." Mindestens eine glaubhafte Trennung von Politik und Geschäft sei nötig.

Am Kirch-Konzern sind Berlusconis Mediaset und das Unternehmen News Corp des Medienunternehmers Rupert Murdoch beteiligt. (APA/Reuters)

Berlusconi (im Bild links) hat indes darauf verwiesen, dass er seit acht Jahren nicht mehr an der Arbeit seines Konzerns Mediaset mitzuwirkt. Er habe seit 1994 nicht ein Telefonat mit der Gruppe geführt. "Ich bin draußen", fügte er hinzu.
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