Jeder zweite Handybesitzer will mobil bezahlen

28. März 2002, 13:00
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Kräftiges Wachstum des Werbe-SMS

44 Prozent aller Mobiltelefonierer können sich vorstellen, kleinere Beträge per Handy zu bezahlen. Besonders populär ist das so genannte m-cash in Japan, wo die Hälfte der User auf diese Weise zahlen würde, und in Europa mit 46 Prozent Zustimmung. Einen derartigen Service tatsächlich nutzen können aber nur zwei Prozent der Handybesitzer, weil Anbieter und Technik noch nicht ausgereift sind. Das geht aus der aktuellen Mobinet-Studie der Unternehmensberatung A.T.Kearney hervor, die heute, Donnerstag, präsentiert wurde. Das SMS befindet sich demnach weiterhin im Aufwind. Ein hohes Wachstum verzeichnen Werbebotschaften via SMS.

Schwerpunkte

Vor allem in Japan und Europa, wo mobiles Telefonieren und in der Folge auch Applikationen für das Handy sehr verbreitet sind, kommt auch m-cash gut an. In den USA interessieren sich laut Studie nur 38 Prozent der User für diesen Service. Allerdings seien die Vorlieben der Konsumenten sehr labil und kurzlebig. "Man muss schnell auf die Kundenwünsche mit attraktiven Produkten reagieren, sonst verschwinden sie über Nacht", betont Martin Sonnenschein, Vizepräsident von A.T.Kearney. Beispielsweise sei das Interesse an mobilem Internetzugang via Handy vor 18 Monaten sehr hoch gewesen. Inzwischen ist das Interesse daran mangels attraktiver Angebote dramatisch gefallen. "Potenziell besteht diese Gefahr auch bei m-cash", warnt Sonnenschein.

Unbeirrt

SMS setzt seinen Siegeszug zumindest in Europa, Japan und Korea fort. In Finnland verschicken 80 Prozent der Befragten mindestens einmal im Monat privat ein SMS, in Schweden, Deutschland und Italien sind es 75 Prozent. Im Durchschnitt aller Länder versenden 35 Prozent aller Befragten mindestens einmal täglich eine private Nachricht per SMS (in Europa 41 Prozent). SMS-Muffel sind die US-Amerikaner, 89 Prozent haben noch nie ein SMS verschickt. Nach wie vor ist das SMS vor allem bei unter 25-Jährigen ein Renner. Aber auch ältere Semester kommen auf den Geschmack. 45 Prozent der 25- bis 34-Jährigen sowie 28 Prozent der 35- bis 44-Jährigen versenden mindestens einmal täglich eine SMS-Nachricht.

Werben

Ein rasantes Wachstum konnte die SMS-Werbebotschaft verzeichnen. Im Juli 2001 gab knapp ein Prozent der Befragten an, Werbung per SMS zu erhalten. Inzwischen ist dieser Wert auf durchschnittlich 35 Prozent angestiegen. Spitzenreiter bei der SMS-Werbung ist mit 63 Prozent Südkorea, gefolgt von Deutschland mit 47 Prozent.

Studie

Die Mobinet-Studie wird von A.T.Kearney gemeinsam mit der Business School Cambridge zweimal jährlich (jeweils im Januar und im Juli) durchgeführt. Im Rahmen der erstmals im Juli 2000 durchgeführten Studie wurden 5.600 Telefoninterviews mit Personen aus 14 Ländern geführt (Australien, China, Deutschland, Finnland, Frankreich, Großbritannien, Hongkong, Italien, Japan, Südkorea, Schweden, Singapur, Taiwan, USA). (pte)

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