"Blasen bitte!"

28. März 2002, 13:00
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Österreichs AutofahrerInnen müssen immer öfter "ins Röhrl blasen"

Wien - Über die Osterfeiertage wächst vielen AutofahrerInnen ein Bleifuß. Kommt dazu in der Festtagsstimmung ungebremster Alkholokonsum, wird es brandgefährlich. Insgesamt 23 Menschen sind in der Osterwoche 2001 ums Leben gekommen, elf starben allein von Karfreitag bis Montag. Die Exekutive reagiert mit Schwerpunktaktionen.

Alkomaten

Wie gut die Verfolgung von Alko-LenkerInnen generell funktioniert, hat der Rechnungshof (RH) geprüft. Fazit: Die Alkomaten hätten sich bewährt, noch mehr Kontrollen seien aber nötig, hieß es am Gründonnerstag.

Das tut die Exekutive: Bei der Bundesgendarmerie ist die Anzahl der mit Alkomaten durchgeführten Untersuchungen von 1996 bis 2000 von 59.859 auf 91.005 gestiegen, bei der Polizei von 28.285 auf 38.667.

Im Jahr 2000 mussten LenkerInnen 129.672 Mal "ins Röhrl blasen". Die Folge waren 35.000 Anzeigen nach der Straßenverkehrsordnung, die zum Tragen kommt, wenn mehr als 0,8 Promille festgestellt werden, und etwa 8.000 Anzeigen nach dem Führerscheingesetz (0,5 bis 0,79 Promille). Rund ein Drittel der Überprüften hatte also tatsächlich "getankt".

Etwa 42.000 Unfälle pro Jahr

Das menschliche Leid ist nicht messbar, Verkehrsunfälle verursachen aber auch hohe Kosten: Könnte die Hälfte der Unfälle mit Personenschaden pro Jahr verhindert werden, würde das rund 1,1 Milliarden Euro sparen. Bei Crashs durch Trunkenheit am Steuer liege das Einsparungspotenzial bei 85 Millionen Euro.

Die insgesamt 42.126 Verkehrsunfälle im Jahr 2000 hätten 2,18 Milliarden Euro gekostet. Durch Maßnahmen wie mehr Verkehrserziehung in den Schulen, zielgerichte Kontrollen und Nachschulungen sollen die Voraussetzungen für eine Reduzierung des Blutzolls im Straßenverkehr geschaffen werden, so die Empfehlungen des Rechnungshofs. (APA)

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