Kovats legte Anbot für Semperit-Reifen

28. März 2002, 19:04
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Angeblich auch weiterer Interessent für Fortführung der Pkw-Reifen-Erzeugung in Traiskirchen

Hannover/Wien - Der österreichische Industrielle Mirko Kovats (Emco, ATB) hat nun formell das seit längerem angekündigte Anbot für die Übernahme des Semperit Reifenwerks in Traiskirchen gelegt. Dies bestätigte der Hannoveraner Autozulieferkonzern Continental am Donnerstag. Über die Inhalte der Offerte war in der Konzernzentrale nichts zu erfahren, der zuständige Lkw-Reifenvorstand und Semperit-Aufsichtsratschef Hans-Joachim Nikolin weilt derzeit auf Urlaub. Auch Kovats war am Donnerstag zunächst nicht erreichbar.

Entscheidung bis Mitte April

Das Reifenwerk in Traiskirchen, das seit 1985 von Continental übernommen worden war, soll nach dem Willen des Konzerns im kommenden Juli still gelegt werden. Dies wird zunächst knapp 1.000 Beschäftigten den Job kosten - wenn nicht doch in letzter Minute ein Käufer gefunden wird. Kovats verhandelt mit größeren Unterbrechungen seit Jänner mit Continental. Ob der Betrieb fortgeführt wird, soll jedenfalls bald entschieden werden. Continental wird in den nächsten zwei Wochen das Kaufangebot des österreichischen Industriellen Mirko Kovats für die Traiskirchener Semperit Reifen prüfen und sich nach Angaben eines Conti-Sprechers "bis Mitte April entscheiden".

Belegschaftsvertreter der Semperit Reifen versuchen unterdessen derzeit, "auf Eigeninitiative" Kovats und Vertreter eines europäischen Reifenkonzerns an den Gesprächstisch zu bekommen. Der ungenannte Reifenhersteller sei an einer Produktion von Pkw-Reifen in Traiskirchen interessiert, war aus Betriebsratskreisen zu erfahren.

Abtransport befürchtet

Betriebsratschef Alfred Artmäuer befürchtet, dass Continental in den nächsten Tagen die in Traiskirchen stehenden zweistufigen Maschinen für die Herstellung von Lkw-Reifen sowie die Formen für die Reifenproduktion abholen könnte. "Der Abtransport könnte zu einem 'deal breaker' werden, die Verhandlungen zwischen Kovats und Conti endgültig scheitern lassen", befürchtet Artmäuer. Seien Maschinen und Formen erst einmal weg, gäbe es keine Anlagen mehr um die Produktion weiter zu führen. Conti wolle sich zwar durch einen Verkauf Schließungskosten ersparen, dennoch "ist es Continental offenbar am wichtigsten, dass in Traiskirchen ja keine Reifen mehr produziert werden", kritisierte Artmäuer. (APA)

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