"Spionagetätigkeit" des Windows Media Player durchleuchtet

28. März 2002, 12:59
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Über Newsletter-Abo werden dazu persönliche Daten erfasst

Im Februar wurden Spionagevorwürfe gegen Windows Media Player (version 7 und 8) von Microsoft für Schlagzeilen.

Abfrage

Beim Abspielen von Audio-CDs oder DVDs fragt der Player eine Datenbank auf einem Microsoft-Server ab, damit er Informationen über das eingelegte Medium, wie etwa Künstler- und Titelangaben, anzeigen kann. (Hierzu muss der Anwender vorher seine Internet-Verbindung aktiviert haben.) Angeblich gehen nebenbei auch persönliche Daten an Microsoft. Die Zeitschrift PC-Welt ist dem Verdacht nachgegangen.

Experiment mit einem Sniffer-Tool

Tatsache ist, so die PC-WELT nach einem entsprechenden Experiment mit einem Sniffer-Tool: Bei der CDDB-Anfrage (CD Database) wird nicht nur die Kennziffer des jeweiligen Mediums, sondern auch eine eindeutige Identifikationsnummer des Players übermittelt. Dieser Umstand allein sei noch nicht besorgniserregend, denn mit dieser Nummer sind keinerlei persönliche Informationen verknüpft. Allerdings: Anwender, die nicht nur den Media Player nutzen, sondern auch den "Windows Media Newsletter" abonnieren, werden mit der gleichen Identifikationsnummer erfasst. Für das Newsletter-Abo wird dazu ein Passport-Account eingerichtet, der ausführliche persönliche Daten enthält. Anhand der identischen Nummer könnte Microsoft folglich die aus den CDDB-Abfragen gewonnenen Hörgewohnheiten an die private Mail-Adresse und das Passport-Profil des Anwenders knüpfen und detailliert statistisch auswerten.

Datenübertragung unterbinden

Wer die Datenübertragung von seinem Rechner unterbinden will, kann die CDDB-Abfragen des Windows Media Players deaktivieren (Menü "Datei", Befehl "Offline arbeiten"). Nach Einlegen einer bislang nicht gehörten CD weist der Player zwar zunächst auf die fehlende Internet-Verbindung hin, spielt die CD dann jedoch einfach ohne Titelinformationen ab. Nachteil: Auch der Internet Explorer befindet sich danach im Offline-Betrieb. Der Anwender muss die Einstellung erst aufheben, um wieder im WWW surfen zu können. Eine andere Variante: Wer ohne Microsoft Musik hören will, kann einfach eine Alternative wählen, z.B. die Freeware Winamp.

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