Mehr Pleiten, aber kleinere Fälle

28. März 2002, 12:50
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Insolvenzen nahmen im ersten Quartal um sechs Prozent zu - Passiva sanken um 22 Prozent

Wien - Die Zahl der Firmenpleiten in Österreich ist im ersten Quartal 2002 gegenüber dem Vorjahr um 6 Prozent auf 1.386 Verfahren angestiegen, betroffen waren kleinere und mittlere Unternehmen, Großinsolvenzen wie im Vorjahresquartal blieben heuer bis jetzt aus. Dies geht aus der am Donnerstag veröffentlichten Insolvenzstatistik des Kreditschutzverbandes von 1870 (KSV) hervor. Die Passiva schrumpften im Vorjahresvergleich um 21,8 Prozent auf 477 Mill. Euro (610 Mill. Euro). Bei den betroffenen Dienstnehmern gab es einen Rückgang um 10,0 Prozent auf 6.300 Personen gegenüber noch 7.000 Betroffene vor einem Jahr.

Von den 1.385 Gesamtpleiten wurden 720 Insolvenzen eröffnet, um 2,4 Prozent mehr als vor einem Jahr, davon waren 21 Fälle Ausgleiche und 699 Fälle Konkurse und Anschlusskonkurse (plus 3,6 Prozent). Die Zahl der mangels Masse abgewiesenen Konkurse nahm gegenüber dem Vorjahr um 10,3 Prozent auf 665 Fälle zu.

Für das Gesamtjahr 2002 erwartet KSV-Insolvenzexperte Hans-Georg Kantner keine Entspannung. Er geht davon aus, dass es auch heuer wieder rund 5.000 Firmenpleiten geben werde. Im Vorjahr ging die Zahl der Unternehmenspleiten um rund 3 Prozent auf 5.200 Fälle zurück. Bedauerlich sei der 10-prozentige Anstieg bei den mangels Masse abgewiesenen Konkursanträgen, sagte Kantner. Der Anstieg resultiere fast ganz aus Wien und Niederösterreich.

Meiste Pleiten in Wien

Regional gab es im Quartal die meisten Pleiten in Wien mit insgesamt 435 Fälle und 145,4 Mill. Euro Passiva, gefolgt von Niederösterreich mit 246 Fällen und Oberösterreich mit 176 Pleiten. Megainsolvenzen wie im Vorjahresquartal (Forstinger, Weiser, Trigon) gab es heuer bis jetzt nicht. Der größte Fall war der Konkurs der Zwettler Baugesellschaft.m.b.H, Steyr, mit Passiva von 17,5 Mill. Euro, gefolgt von der Datacontact HandelsgesmbH, Wien, mit 17,2 Mill. Euro Verbindlichkeiten.

Bei den Privatkonkursen gab es erstmals seit der Einführung einen Rückgang und zwar um 3,9 Prozent auf 867 Fälle gegenüber 902 Verfahren im Vorjahresquartal. Bei den mangels Masse abgewiesenen Konkursanträgen gab es ein Plus um 25,8 Prozent auf 161 Verfahren, die eröffneten Verfahren nahmen hingegen um 8,8 Prozent auf 706 Fälle ab. (APA)

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