ÖGB fordert neuen Arbeitnehmerbegriff

28. März 2002, 12:39
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Sozialexpertin: "Freie sind nicht wirklich selbstständig und gehören deshalb ins ASVG"

Wien - Der ÖGB hat am Donnerstag die Regierung aufgefordert, den Arbeitnehmerbegriff neu zu regeln. "Klar zu trennen ist zwischen Selbstständigen und Unselbstständigen. Freie Dienstnehmer, die ja nicht wirklich selbstständig, sondern sehr wohl abhängig sind, würden dann in das ASVG gehören samt Arbeitslosenversicherung und allen Arbeitnehmerrechten", argumentiert ÖGB-Sozialexpertin Elisabeth Rolzhauser im Gespräch mit der APA. Scharfe Kritik übt sie an der Wirtschaft: "Die Unternehmer sparen Kosten und bieten großteils Umgehungsverträge an".

Auch im ÖGB sieht man das Argument der Zufriedenheit der Atypisch Beschäftigten, das Wirtschafts- und Arbeitsminister Martin Bartenstein (V) hervorhebt, differenziert. "Zufrieden sind viele dieser Betroffenen, aber nur der Not gehorchend, besser ein kleines Einkommen als gar keines zu haben", sagt Rolzhauser.

Eine Diskussion über eine etwaige Abschaffung der Freien Arbeitnehmer lehnt sie ab. "Das wäre völlig verfehlt, etwas abzuschaffen, nur weil man nicht weiß, wohin diese Gruppe von Beschäftigten gehört. Zu sagen, die sollen es sich selbst ausmachen, ist keine Lösung", appelliert Rolzhauser an Bartenstein und Sozialminister Herbert Haupt (F), den Arbeitnehmerbegriff neu zu fassen. (APA)

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