Web.de weitet Nettoverluste um 69 Prozent aus

28. März 2002, 11:44
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Break-Even für das vierte Quartal 2002 geplant

Der Portalbetreiber Web.de hat im abgelaufenen Geschäftsjahr die Nettoverluste um 69 Prozent von 29,9 auf 50,4 Millionen Euro ausgeweitet. Sie übertreffen damit den von 11,8 auf 16,6 Millionen Euro um 41 Prozent gesteigerten Umsatz bei weitem. Das operative Minus belief sich auf 33,3 Millionen Euro nach 28,8 Millionen Euro im Jahr davor und die Sondereffekte aus der Restrukturierung schlugen sich mit minus 17,1 Millionen Euro zu Buche, teilte das Unternehmen heute, Donnerstag, in einer Aussendung mit. Das umgesetzte Sparprogramm werde aber bei einem Umsatz von rund 4,8 Millionen Euro den Fehlbetrag für das erste Quartal 2002 auf 3,5 Millionen Euro verringern, hieß es weiter. Die Gewinnschwelle soll im vierten Quartal dieses Jahres überschritten werden.

Investitionsjahr

Das Geschäftsjahr 2001 sei ein weiteres Investitionsjahr gewesen. Die Investitionen für Marketing und Vertrieb zur Neukundengewinnung beliefen sich auf 26,5 Millionen Euro, jene für neue Technologien - insbesondere im Bereich digitaler Dienste - auf 11,8 Millionen Euro. Die liquiden Mitteln schrumpften im Vorjahr von 168,4 auf 106,9 Millionen Euro. Besonders stolz zeigte sich Web.de über die "zukunftsträchtigen Bezahldienste", die eigenen Angaben zufolge mit zweistelligen Wachstumsraten von Quartal zu Quartal aufwarten können. Ihr Anteil am Gesamtumsatz beträgt derzeit fünf Prozent, der Anteil der Online-Werbung beläuft sich auf 37 Prozent, E-Commerce steuerte 58 Prozent des Umsatzes bei.

Systematik

Ein eigenes Bezahl- und Abrechnungssystem wurde entwickelt, um die Zahlungsverbindungen zu den Kunden aufbauen und verwalten zu können. Die Zahl der registrierten Anwender konnte auf neun Millionen verdreifacht werden. Damit sieht sich Web.de in punkto Reichweite vor Mitbewerbern wie Yahoo.de, Lycos.de und Freenet.de "in der Spitzengruppe der deutschen Portale". Der Aktienkurs des am Neuen Markt notierten Unternehmens stieg bis 10.30 Uhr um knapp fünf Prozent auf 4,10 Euro (52-Wochen-Hoch 11,70 Euro; 52-Wochen-Tief: 3,10 Euro). (pte)

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