Haupt gegen Gebührenerhöhung

28. März 2002, 12:19
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Sozialminister: Krankenkassen sollen vorher "Schlösser verkaufen" - Wien soll System auf europäisches Niveau anheben

Wien - Hart ins Gericht geht Sozialminister Herbert Haupt (F) mit den heimischen Krankenkassen, die über krassen Geldmangel klagen. "Die Krankenkassen haben große, unnütze Rücklagen gebildet. Wozu brauchen sie so viele Realitäten, sogar Schlösser sind darunter. Viele Rücklagen gehören aufgelöst zu Gunsten der Versicherten", fordert Haupt. Eine Beitragserhöhung komme "keinesfalls in Frage".

Höhere Gebühren für Versicherte in der Bundeshauptstadt, wie dies der stv. Generalsekretär der Wirtschaftskammer, Reinhold Mitterlehner, gefordert hat, lehnt Haupt ebenfalls strikt ab: "Die Wiener Kassenverantwortlichen müssen endlich ihr System auf europäisches Niveau bringen. Die sündteure Wiener Krankenhausstruktur gehört durchforstet", kritisiert der Sozialminister.

Grundsätzlich "verkommt viel Geld durch unkoordinierte Tätigkeiten und durch teure Verschreibungen". Das gehöre rasch durchleuchtet und geordnet, statt "die Versicherten zur Kasse zu bitten", so Haupt. Wie er überhaupt für die ständigen finanziellen Hiobsbotschaften wenig Verständnis zeigt: Das prognostizierte Defizit habe für 2001 neun Milliarden Schilling (654 Mill. Euro) betragen, de facto seien es aber "nur" zwei Milliarden Schilling (145 Mill. Euro) geworden - "und die sind abgesichert, also kann man fast von einem Nulldefizit sprechen". (APA)

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