Erste Phase der Donauräumung bei Novi Sad abgeschlossen

28. März 2002, 11:23
1 Posting

Insgesamt drei große Projektile geborgen und vernichtet

Belgrad/Wien - Die erste Phase der Räumung und Säuberung der Donau bei Novi Sad in der nordserbischen Provinz Vojvodina ist abgeschlossen. Bisher habe man vor allem den Flussboden in unmittelbarer Nähe der in Folge der NATO-Bombardements auf Jugoslawien im Frühjahr 1999 zerstörten Brücken gesäubert. Insgesamt seien drei große Projektile gefunden und vernichtet worden, erklärte Slobodan Jovanovic, Leiter der Räumungskommission, am Mittwoch gegenüber der Belgrader Nachrichtenagentur Beta.

In der Nähe der "Freiheitsbrücke" sei etwa ein Projektil mit 907 kg Gewicht gefunden worden. Diese und weitere zwei große Geschosse seien in Militäranlagen in der Vojvodina vernichtet worden. Eine Gefahr der Ausstrahlung von Radioaktivität habe nicht bestanden, betonte Jovanovic. Noch vor Beginn der offiziellen Säuberung seien insgesamt 21 Projektile in der Donau bei Novi Sad gefunden worden. Zudem habe man zwei Bomben aus dem Zweiten Weltkrieg entdeckt, die ausgereicht hätten, "um 30 Menschen zu töten". Auch diese zwei Bomben würden noch aus der Donau geborgen und vernichtet werden, sagte Jovanovic.

Suche geht weiter

Seit Mittwoch laufe auch schon die zweite Phase. In den nächsten fünf Wochen sollen auf einer Länge von fünf Kilometern weitere Minen, Blindgänger und Brückenteile gesucht werden. Das Team von Pyrotechnikern und Tauchern werde auch die Überreste der zerstörten Brücken aus der Donau bergen, weil die Gefahr bestehe, dass sich unter den eingestürzten Teilen einige Projektile befinden, sagte Jovanovic.

Die Schifffahrt auf der Donau ist seit den NATO-Luftangriffen gegen Jugoslawien im Frühjahr 1999 massiv behindert. Alle Brücken der Vojvodina-Hauptstadt wurden damals zerstört. Zudem erschwert auch die installierte Schwimmbrücke in Novi Sad den international wichtigen Schiffsverkehr. Diese Pontonbrücke war von den jugoslawischen Behörden errichtet worden, um den Straßenverkehr zwischen den beiden durch den Strom getrennten Teilen von Novi Sad zu ermöglichen. Die bisher schleppenden Räumungsarbeiten waren von den Donauländern kritisiert worden. (APA)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Ein Taucher bei einer zerstörten Donaubrücke bei Novi Sad

Share if you care.