Irak will Kuwait "nie wieder angreifen"

28. März 2002, 12:31
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Bagdad verpflichtet sich schriftlich zu Respektierung der territorialen Integrität des Emirats

Beirut - Der Irak hat sich auf der Gipfelkonferenz der Arabischen Liga in Beirut schriftlich verpflichtet, die territoriale Integrität Kuwaits zu respektieren und von weiteren Versuchen, das Emirat zu erobern, Abstand zu nehmen. Das erklärte am Donnerstag der irakische Außenminister Naji Sabri in der libanesischen Hauptstadt. Die Beilegung des irakisch-kuwaitischen Disputs werde im Schlussdokument des Gipfels verankert.

Der Irak hatte 1990 Kuwait überfallen. 1991 wurde das Emirat von einer Koalition unter Führung der USA befreit.

Bagdad will "nie wieder angreifen"

Der Irak hat sich nach offiziellen Angaben schriftlich verpflichtet, das Nachbarland Kuwait "nie wieder anzugreifen". Eine entsprechende Verpflichtung werde in der Abschlusserklärung des Gipfels der Arabischen Liga Niederschlag finden, teilte der irakische Außenminister Naji Sabri am Donnerstag in Beirut mit. Der Irak werde "die Unabhängigkeit und Souveränität Kuwaits" ebenso wie die Sicherheit des Staates respektieren, soll es in der Resolution heißen. Dies schließe eine Wiederholung der Invasion von 1990 aus, fügte Sabri hinzu. Die schriftliche Verpflichtung sei auf Bitten des Emirats erfolgt.

Kompromiss Irak-Kuwait

Der Außenminister des Emirats Katar, Prinz Hamad Bin Jassim al Thani, sagte im TV-Sender "Al Jazeera", der Irak und Kuwait hätten sich auf einen Kompromisstext für die Abschlusserklärung des Gipfels geeinigt. Politische Beobachter gingen nun davon aus, dass der Gipfel die amerikanischen Drohungen gegen den Irak verurteilen wird. Der Irak hat sich nach Angaben von Außenminister Naji Sabri schriftlich verpflichtet, das Nachbarland Kuwait "nie wieder anzugreifen".

Der Libanon und seine Schutzmacht Syrien forderten, in der Abschlusserklärung des Gipfels müsse eine "dauerhafte Ansiedlung" der palästinensischen Flüchtlinge in anderen arabischen Ländern klar ausgeschlossen werden. In Libanon leben rund 400 000 palästinensische Flüchtlinge. (APA)

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