Internet-Filter weitgehend ineffektiv

28. März 2002, 10:04
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Großteil der Softwareangebote verursachen "Kollateralschäden"

Die Mehrheit der für die Blockierung unerwünschter Inhalte im Internet verwendeten Filterprogramme sind weitgehend ineffektiv. Das ist das Ergebnis des ersten Berichts des australischen Forschungsinstituts CSIRO im Auftrag der Rundfunkbehörde ABA. In Australien ist es für jeden Provider Pflicht, seinen Kunden geprüfte und zugelassene Filtersoftware zu liefern bzw. auf Anweisung der ABA entsprechende Angebote aus dem Netz zu nehmen. Die CSIRO-Studie testete die angebotenen Filter gegen knapp 900 Websites aus 28 verschiedenen Kategorien.

78,6 Prozent aller pornographischen Websites blockiert

In Durchschnitt blockierten die Filter 78,6 Prozent aller pornographischen Websites. Ein Prozentsatz der laut Studie weit unter den Erwartungen der meisten Eltern liegt. Der Schutz gegen Pornographie im Web ist aber noch realtiv hoch, weil sich die meisten Software-Anbieter vor allem darauf konzentrieren. Noch ineffektiver erweisen sich die Filter bei anderen unerwünschten Web-Inhalten wie beispielsweise Gewalt und Rassismus. Hier liegt die Selektionsrate nur bei knapp 50 Prozent.

"Kollateralschaden"

Die Filtersoftware N2H2 blockiert beim CSIRO-Test beispielsweise 60 Prozent der Kunst/Photographie-Seiten, mehr als 40 Prozent aller Aufklärungsseiten (sex education) sowie zehn Prozent aller Anti-Rassismus-Seiten. Die Studie bemüht in diesem Zusammenhang den Begriff "Kollateralschaden", der eher im militärischen Kontext bekannt wurde. Gleichzeitig filterte N2H2 nur 66 Prozent aller pornographischen Seiten aus. Die Ergebnisse von N2H2 seien typisch, so die Studienautoren. Es gebe aber auch andere Programme, die weniger "Kollateralschäden" verursachen. (pte)

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