Mindestens 13 Tote bei Dock-Unglück in Dubai

27. März 2002, 20:41
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Opferbilanz möglicherweise zehnmal so hoch - Urache nicht geklärt

Dubai - Bei der Überschwemmung eines Trockendocks in Dubai sind am Mittwoch nach Polizeiangaben 13 Arbeiter ums Leben gekommen. 23 Arbeiter würden noch vermisst, teilte die Polizei mit.

Die Leichen von 13 Arbeitern seien bisher geborgen worden, sagte ein Polizeisprecher der Nachrichtenagentur WAM. Die Suche nach den Vermissten sei am Abend eingestellt worden und solle am Donnerstagmorgen fortgesetzt werden.

Widersprüchliche Angaben über Opferzahl

Die staatliche Gesellschaft Dubai Trockendocks hatte zuvor mitgeteilt, mindestens fünf Menschen seien ums Leben gekommen, 31 Arbeiter würden vermisst und seien vermutlich tot. Hingegen verlautete aus Schifffahrtskreisen der Vereinigten Arabischen Emirate, rund 50 Menschen seien getötet worden. Ein Krankenhaussprecher hatte von mehr als 20 Toten und etwa 150 Verletzten gesprochen. Ein Augenzeuge berichtete, 13 Tote gesehen zu haben. Das Unglück ereignete sich am Morgen.

Die offiziellen Angaben seien "sehr konservative" Schätzungen, hieß es in den Schifffahrtkreisen. Die Zahl der Toten sei sicherlich zehnmal so hoch.

"Das Tor barst, und innerhalb weniger Minuten füllte Meereswasser das Dock", sagte ein Augenzeuge. "Viele Menschen sind ertrunken. Es war ein furchtbarer Anblick." Kurz vor dem Unglück habe er zahlreiche Menschen gesehen, die an einigen Schiffen gearbeitet hätten. Die Schiffe seien umhergetrieben und aneinander geprallt.

Ursachen noch unklar

Die Unglücksursache wird nach Angaben der Betreiber von deren Sicherheitsexperten und der Polizei untersucht. Ein Polizeisprecher sagte, Taucher suchten in der Anlage nach Vermissten. Eine Unternehmens-Sprecherin sagte, mehrere Leichen seien geborgen worden, machte aber keine näheren Angaben.

Etwa 300 Menschen seien nach dem Unglück evakuiert worden, berichtete ein Augenzeuge. Nach Angaben aus Betreiberkreisen hielten sich jedoch etwa 500 Arbeiter in dem Dock auf, als sich das Unglück ereignete. Sie seien an vier Schiffen beschäftigt gewesen, eines davon sei ein 57.000-Tonnen-Schiff. Das Dock ist eines der weltweit größten seiner Art. Mit einer Tiefe von mehr als elf Metern kann es Supertanker aufnehmen. In der 1983 eingeweihten Dockanlage arbeiten rund 3.500 Menschen. (APA/Reuters)

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