Ghana: Mehr als 40 Tote nach Ausschreitungen

27. März 2002, 19:30
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Zweithöchster Regent des Landes enthauptet

Accra - Bei gewaltsamen Ausschreitungen zwischen rivalisierenden Clans in Ghana sind am Mittwoch mindestens 41 Menschen getötet worden, unter ihnen der König der einflussreichen Volksgruppe der Dagomba. König Ya-Na Yakubu Andani wurden nach Angaben der Polizei in seinem Palast in Yendi, rund 500 Kilometer nördlich der Hauptstadt Accra, enthauptet. 25 seiner Anhänger seien bei lebendigem Leib verbrannt worden. Zudem seien 15 weitere Leichen in Yendi gefunden worden, bei denen es sich möglicherweise ebenfalls um Gewaltopfer handele.

Der 50-jährige Yakubu Andani war nach dem Oberhaupt der Ashanti, der größten Ethnie in Ghana, der zweitwichtigste und ranghöchste Regent. Nach ersten Ermittlungen gehörten die mutmaßlichen Mörder vermutlich dem Clan der Abudu an, die sich mit der Andani-Familie in der Führerschaft der Dagomba abwechseln. Die Streitigkeiten seien in der vergangenen Woche entbrannt, als Abudu-Clanmitglieder bei Beratungen über einen gemeinsame Zeremonie einen königlichen Gesandten beleidigt hätten, sagte ein Einwohner Yendis.

Rund acht Prozent der Ghanesen sind Angehörige der Dagomba, die etwa zur Hälfte Moslems sind. Das Königreich der Dagomba entstand 1409 im Gebiet nördlich der ghanaischen Stadt Tamale. Ende des 16. Jahrhunderts verlegten die Dagomba ihre Hauptstadt an die Grenze zu Togo und tauften sie Yendi.(APA)

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