NS-Fonds: Regelung für Deserteure

27. März 2002, 18:49
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Ein Antrag angenommen und circa zwanzig abgelehnt - die Chancen für Deserteure der Deutschen Wehrmacht sind denkbar gering

Wien - Ein Antrag angenommen und circa zwanzig abgelehnt - die Chancen für Deserteure der Deutschen Wehrmacht, eine Entschädigung beim Österreichischen Nationalfonds zu bekommen, sind denkbar gering.

Derzeit stehen zwei neue Anträge zur Prüfung an. Der Ausgang ist ungewiss. Für die grüne Abgeordnete Terezija Stoisits, Kuratoriumsmitglied beim Nationalfonds, aber genügend Grund, um eine generelle Regelung für die Entschädigung von Deserteuren der Wehrmacht zu verlangen. Längerfristig fordert sie die Aufhebung aller Unrechtsurteile aus der NS-Zeit.

Gelingt dies, wäre auch ein anderes Problem gelöst: Österreichische Deserteure aus der deutschen Wehrmacht haben nämlich grundsätzlich keine Ansprüche auf Ersatzzeiten in der Pensionsversicherung, wenn sie zu Haft, Straf- oder Konzentrationslager verurteilt wurden.

Historiker schätzen, dass drei Millionen Strafverfahren von der NS-Militärjustiz durchgeführt worden sind. 1,3 Millionen Soldaten wurden verurteilt, ungefähr 30.000 Todesurteile verhängt. Davon wurden zwei Drittel vollstreckt - darunter auch an rund 1500 Österreichern. (pm, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 28. 3. 2002)

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