UTA vor Veränderungen in der Eigentümerstruktur

27. März 2002, 18:41
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Raiffeisen will Anteil aufstocken - Closing für Swisscom-Ausstieg erst Anfang April

Der zweitgrößte heimische Telekomkonzern, die UTA Telekom AG, steht nach dem angekündigten Ausstieg der Swisscom erneut vor Veränderungen in der Eigentümerstruktur. Wie Kreise aus Banken und Telekommunikation der APA am Mittwoch, Nachmittag einhellig bestätigten, erwägt die Raiffeisen-Gruppe, ihren Anteil an der UTA auf 25 Prozent aufzustocken. Gespräche seien bereits im Laufen. Auch innerhalb der Vereinigten Telekom Österreich Beteiligungs GmbH (VTÖB), die nach dem Swisscom-Ausstieg 91 Prozent an der UTA hält, könnte es in Kürze zu Veränderungen kommen.

25 Prozent

Von Raiffeisen-Seite wurde am Mittwochnachmittag gegenüber der APA bestätigt, dass es Überlegungen gibt den Anteil von bisher neun auf 25 Prozent aufzustocken. Dies würde zu "Originalkonditionen" Sinn machen. Endgültig entschieden sei aber noch nicht. Die Verhandlungen dauern noch an.

Noch einige Zeit

Raiffeisen hielt bisher über die "Marea" Holding AG neun Prozent an der UTA. An dieser Holding sind sowohl die Raiffeisen Zentralbank (RZB), als auch die Raiffeisen Landesbank (RLB) Niederösterreich-Wien und darüber hinaus auch die Uniqa Versicherung beteiligt. Auch die laufenden Verhandlungen werden dem Vernehmen nach derzeit über die "Marea" Holding geführt. Bis zum Abschluss wird es aber noch einige Zeit dauern, heißt es aus den Kreisen.

VTÖB-Eigentümerstruktur vor Veränderungen<`>

Eine Eigentümerveränderung in der VTÖB könnte hingegen unmittelbar bevorstehen. Die Kreise bestätigten am Dienstag einen Bericht der "Presse", wonach einige der acht Landesenergieversorger, die an der VTÖB beteiligt sind, - allen voran die KELAG - nicht bei der geplanten Kapitalspritze für die UTA mitziehen wollen. Eine Entscheidung soll morgen, Donnerstag, bei einer Generalversammlung fallen.

Geldsritze

An der Geldspritze in der Höhe von 68 Mill. Euro für die UTA will die VTÖB aber sicher festhalten. Wie diese Finanzhilfe erfolgen soll, wird voraussichtlich ebenfalls morgen in der Sitzung entschieden werden. Als wahrscheinlichste Variante gilt die Form der Haftungsübernahme für Finanzmittel, die erst aufgenommen würden. Die "Presse" spricht von einer möglichen Umwandlung von Gesellschaftsdarlehen oder einem Kapitalschnitt.

Sollten einige Gesellschafter dabei nicht mitziehen wollen, würden andere einspringen. Die Anteile in der VTÖB würden sich dann entsprechend verschieben. Außerdem könnte sich eine Neuordnung der Anteile an der VTÖB schon allein aus der Tatsache ergeben, dass die VTÖB nach dem Ausstieg der Swisscom ihre Anteile an der UTA verdoppelt, heißt es in den Kreisen.

Ausstieg nocbh nicht vollzogen

Der Swisscom-Ausstieg an sich ist unterdessen noch nicht vollzogen. Sowohl die kartellrechtliche Genehmigung, als auch das vertragliche Closing sind noch ausständig. Der Kartellentscheidung wird für nächste Woche, das Closing für Anfang April erwartet. (APA)

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