Mitsubishi Motors mit deutschem Steuermann

27. März 2002, 19:23
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DaimlerChrysler hievt Eckrodt in Chefsessel

Tokio - Jetzt ist es fix: Der DaimlerChrysler-Manager Rolf Eckrodt wird neuer Präsident bei Mitsubishi Motors. Damit rückt erstmals ein Deutscher an die Spitze eines japanischen Großkonzerns. Der 59-Jährige löst auf diesem Posten den Japaner Takashi Sonobe ab, die Veränderungen im Topmanagement treten am 25. Juni in Kraft.

DaimlerChrysler ist seit Herbst 2000 an Mitsubishi beteiligt und hält gegenwärtig 37,3 Prozent der Aktien. Die Option auf die vollständige Übernahme des japanischen Herstellers kann der Deutsche Autoriese im Jahr 2003 einlösen, und darauf deutet die Aufwertung Eckrodts Analysten zufolge auch hin. Die Aussage eines Konzernsprechers, man plane "bis auf weiteres" keine Veränderung am Mitsubishi-Anteil, widerspreche dieser Einschätzung nicht.

Verluste und hohe Schulden

Mitsubishi hat in den vergangenen Jahren Verluste gemacht und hohe Schulden angehäuft, das Unternehmen soll im soeben auslaufenden Geschäftsjahr 2001/2002 aber wieder schwarze Zahlen aufweisen. Die Japan-Beteiligung ist eines der größten Probleme des deutschen Weltkonzerns, der auch seinem US-Partner Chrysler und der nordamerikanischen Nutzfahrzeugtochter Freightliner mit Milliardenbeträgen unter die Arme greifen muss.

Mit dem Wechsel im Topmanagement soll jedenfalls die Umstrukturierung des japanischen Unternehmens beschleunigt werden. Und die derzeitige Höhe der Unternehmensbeteiligung erspart DaimlerChrysler die Peinlichkeit, die Schulden von Mitsubishi in der Bilanz anführen zu müssen. (dpa, stock, Der Standard, Printausgabe, 28.03.2002)

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