Crash-Test-Dummies sind zu dünn

27. März 2002, 20:00
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... ihre Konstruktion ignoriert, dass schwerere Menschen viel höheren Risiken ausgesetzt sind

London - Schwere Menschen werden einer US-Studie zufolge bei Autounfällen eher getötet oder verletzt als leichte. Das berichtet das britische Wissenschaftsmagazin "New Scientist". Einen Grund für dieses höhere Risiko vermuteten die Forscher in Tests mit zu leichten menschlichen Attrappen, den so genannten Crash-Test-Dummies.

Nach Ansicht von Charles Mock vom Harborview Injury Prevention and Research Center in Seattle sollte die Sicherheit von Autos daher zusätzlich auch mit schwereren Dummies überprüft werden.

Mock und Kollegen hatten festgestellt, dass Menschen mit einem Gewicht von 100 bis 119 Kilogramm ein 2,5 Mal höheres Risiko haben, an den Folgen eines Autounfalls zu sterben, als Menschen, die unter 60 Kilogramm wiegen. Crash-Test-Dummies, mit denen die Unfallfolgen für Menschen in einem Auto überprüft werden, hätten größtenteils das Gewicht eines durchschnittlichen nordamerikanischen Mannes von 78 Kilogramm, schreibt der "New Scientist". Diese Dummies kommen auch in Deutschland zum Einsatz.

Fehlende Repräsentanz

Auch kleinere, leichtere Attrappen werden dem Magazin zufolge genutzt, um die Unfallfolgen für Kinder zu testen. Größere und schwerere Menschen seien dagegen bei den Tests nicht repräsentiert, so dass Mock zufolge die Sicherheit der Autos für schwere Menschen nicht ausreichend geklärt sei.

Die Gründe für das erhöhte Risiko schwerer Menschen seien allerdings nicht geklärt, berichtet der "New Scientist". Es könne auch sein, dass sich etwa stark übergewichtige Menschen mit Gesundheitsproblemen wie Bluthochdruck und Diabetes schwerer von Unfallverletzungen erholten. (APA/dpa)

Vgl. New Scientist, (Nr. 2336, S. 9)
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