Sharon lehnt Truppen-Rückzug ab

27. März 2002, 17:35
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Israelischer Regierungschef kann saudischem Friedensplan nur wenig abgewinnen

Jerusalem - Der israelische Ministerpräsident Ariel Sharon hat einen Rückzug der israelischen Armee aus den im Jahr 1967 besetzten Gebieten abgelehnt. Das "würde Israel zerstören", sagte Sharon der Zeitung Jediot Aharonot (Mittwoch-Ausgabe). Gleichzeitig bezeichnete er "den einfachen Wunsch, zu einer friedlichen Lösung zu gelangen" als positiv. Es müssten jedoch die Details besprochen werden. Ein Rückzug auf die Grenzen vor dem Sechstage-Krieg untergrabe die UNO-Resolutionen 242 und 338, die Israel die Möglichkeit geben, Sicherheitszonen zu wahren, sagte Sharon weiter.

Der Sicherheitsrat hatte die Resolution 242 im Jahr 1967 verabschiedet. Darin wird von Israel der Rückzug seiner Truppen aus den "während des jüngsten Konflikts besetzten Gebieten" gefordert. Nach israelischer Lesart der englischen Version verpflichtet die Resolution dazu, alle während dieses Krieges eroberten Gebiete zu räumen. Im Sechstage-Krieg 1967 eroberte Israel den Gazastreifen erneut und stellte ihn unter israelische Militärverwaltung. Der saudiarabische Kronprinz Abdullah bietet in seiner Nahost-Friedensinitiative Israel "normale Beziehungen" zu den arabischen Staaten an. Im Gegenzug müsste Israel alle seit 1967 besetzten Gebiete aufgeben und die Rückkehr der palästinensischen Flüchtlinge in ihre Heimat erlauben.(APA)

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