"Hollywood Reporter" analysiert Rekordwinter

27. März 2002, 18:14
posten

300 Millionen Tickets bei 18.000 gestrichenen Jobs

Los Angeles (APA/dpa) - Die Film- und Fernsehindustrie in Hollywood hat im vergangenen Jahr 18.000 Arbeitsplätze (zwölf Prozent aller Jobs der Branche in Südkalifornien ) gestrichen, zitierte der "Hollywood Reporter" am Mittwoch den jüngsten Bericht des Marktforschungsunternehmens Anderson Forecast.

Tags zuvor berichtete die Zeitschrift, der amerikanischen Filmindustrie wäre es nie besser als in diesem Winter gegangen. Der Umsatz an den Kinokassen der USA stieg in den ersten zehn Wochen dieses Jahres um neun Prozent auf 1,74 Milliarden Dollar. Die Ursache waren aber nicht erhöhte Eintrittspreise, wie mehrfach in der Vergangenheit, sondern eine Zunahme der Zuschauer um fünf Prozent.

Auslagerungen in Aussicht

Der Wegfall der Arbeitsplätze hat einerseits damit zu tun, dass Produktionen aus Furcht vor Streiks schneller abgewickelt wurden und danach weniger zu tun gewesen sei. Darüber hinaus wurden Projekte im Ausland vergeben, um die Produktionskosten zu senken. Solchen Sparmaßnahmen fielen in Hollywood seit 1998 jährlich etwa 2000 Stellen zum Opfer, allerdings werde sich der Arbeitsplatzabbau in Zukunft verlangsamen.

Langfristig werde sich Hollywood zum Verwaltungs- und Design-Zentrum für Film und Fernsehen entwickeln, während immer mehr Produktionen außerhalb Hollywoods gedreht würden, prognostizierte der Marktforscher.

Rekordwinter mit 300 Millionen Tickets

Erstmals in der Kinogeschichte der USA wurden während der Wintersaison von Anfang Jänner bis Mitte März mehr als 300,1 Millionen Karten an den Kinokassen verkauft. Das Ergebnis sei umso beeindruckender als die großen Studios in Hollywood und andere, unabhängige Produzenten, "Indies" genannt, in diesem Winter weniger neue Filme als im Vorjahr ins Rennen schickten.

Zwei Familienfilme seien die größten Überraschungen gewesen: "Ice Age", ein Zeichentrickfilm über drei prähistorische Biester, startete mit Einnahmen von 46,3 Millionen Dollar, mehr als alle anderen Filme der Vergangenheit mit einer März-Premiere. Der zweite Knüller war "Snow Dogs", eine Komödie über einen schwarzen Zahnarzt im subtropischen Florida, der ein Rudel Schlittenhunde in Alaska erbt. Sie spielte 80 Millionen Dollar in den Winterwochen ein.(APA/dpa)

Share if you care.