Karlskirche: Hoch oben in der Kuppel

29. März 2002, 13:06
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Renovierung der Deckenfresken führt zu einer zusätzlichen Attraktion - Plattform in über 30 Meter Höhe wird öffentlich zugänglich gemacht

Wien - Renovierungen führen oft zu Behinderungen im touristischen Geschehen und Gerüste nehmen für längere Zeit den Blick auf die zu besichtigenden Kunstwerke. In der Wiener Karlskirche hingegen wird an eine Sanierung anders herangegangen und eine neue Attraktion geschaffen.

Die Plattform, auf der die Restauratoren arbeiten, wird öffentlich zugänglich gemacht und ein Panoramalift bringt Besucher ab Ostermontag bis in die Kuppel. In mehr als 30 Meter Höhe können die Fresken von Johann Michael Rottmayr aus ungewöhnlicher Nähe besichtigt werden.

Aufstieg bis in Kuppellaterne

Auf der neuen Besucherplattform können sich bis zu 30 Personen gleichzeitig aufhalten. Sie können über einen Stiegenaufgang weiter bis an den höchsten Punkt, in die "Kuppellaterne", gelangen, die mit einem herrlichen Blick über Wien aufwartet.

Einzigartige Attraktion

Finanziert wird die Restaurierung zum Großteil vom Verein der Freunde und Gönner der Wiener Karlskirche. Es sei von Anfang an die Absicht gewesen, dass auch Besucher der Kirche in den Genuss der ungewöhnlichen Perspektive kommen, berichtete der Präsident des Vereins Georg Gaudernak, als die "hoch interessante und einzigartige Attraktion" präsentiert wurde. Die Besucherplattform soll rund vier Jahre geöffnet sein.

Hoher Sicherheitsstandard

Die Fahrt nach oben soll nicht nur den besonders Mutigen vorbehalten sein, daher erläutert Gaudernak: "Wir haben das sehr sicher gemacht, es wird nicht nur ein Bediensteter beim Eingang zum Aufzug stehen, sondern auch oben auf der Plattform."

Geöffnet ist die neue Attraktion täglich, und zwar meist von 9.00 bis 18.00 Uhr. Lediglich am Sonntag müssen sich Besucher bis 13.00 Uhr gedulden. "Damit der Gottesdienst nicht gestört wird", erläuterte Gaudernak.

Risiko Eintritt

Werden bereits beim Eintritt der Wiener Karlskirche vier Euro verlangt - als so genannter Erhaltungsbeitrag - sind für die Fahrt in die Kuppel noch einmal zwei Euro zu entrichten. Gaudernak verteidigte die Gebühren als optimale Lösung zur Finanzierung der Restaurierung.

Die Sanierung der 1.150 großen Freskenmalerei sowie der Kuppel dürfte, so lautet die Schätzung des Vereins, insgesamt 1,7 Mill. Euro kosten. (APA/red)

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