Kärntner Ehepaar: Bedingte Haft für brutale "Kindererziehung"

27. März 2002, 20:35
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Pflegekinder mit Schlägen misshandelt

Klagenfurt - Wegen Quälens von Unmündigen wurde am Mittwoch am Nachmittag am Landesgericht Klagenfurt ein Ehepaar aus Feldkirchen verurteilt. Der 39-jährige Mann und die 41-jährige Hausfrau waren geständig, ihre Pflegekinder vor deren vollendetem zehnten Lebensjahr misshandelt zu haben.

Während der Mann zu fünf Monaten bedingter Haft und 2.000 Euro Geldstrafe verurteilt wurde, bekam seine Frau acht Monate bedingt und 1.060 Euro Geldstrafe. Beide nahmen das Urteil an.

Staatsanwalt Gottfried Kranz warf dem Ehepaar vor, die beiden Unmündigen bereits im Kindergartenalter geschlagen und gedemütigt zu haben. Schläge mit Kochlöffeln, nassen Handtüchern, einem "Pracker" sowie den Händen sollen oft vorgekommen sein. Zu Richter Alfred Pasterk sagte der Beschuldigte: "Ich wollte die Kinder nie quälen. Ich fühle mich aber im weitesten Sinn schuldig."

Seine Ehefrau, vorbestraft wegen Körperverletzung (weil sie ein Mädchen, das bei ihr zur Pflege war, mit Ruten blutig geschlagen hatte), gestand ebenfalls. "Es war schwierig mit den Kindern." Immer wieder sei daher die Hand ausgerutscht.

Der Richter sagte auch, dass ihm die Gequälten sehr leid täten, seit er ihre Vernehmungsprotokolle las. Kranz: "Die Kinder sind enorm verängstigt und werden noch Jahre brauchen, um diese Art von 'Erziehungsmethoden' verarbeiten zu können." Die Kleinen sind inzwischen in einer steirischen Wohngemeinschaft untergebracht, die Frau befindet sich in psychiatrischer Betreuung. (APA)

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