Internationale Hilfe für Erdbebenopfer in Afghanistan angelaufen

27. März 2002, 16:33
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Weiterhin keine genauen Angaben über Opferzahlen

Nahrin - Die internationale Hilfe für die Opfer des schweren Erdbebens in Nordafghanistan ist angelaufen. Zahlreiche Hilfsorganisationen schickten am Mittwoch Material und Helfer in das Katastrophengebiet, weitere Regierungen sagten ihre Unterstützung zu.

Über die Zahl der Opfer gab es weiterhin keine genauen Angaben

Das afghanische Innenministerium rechnete mit bis zu 3.000 Toten. Nach UN-Angaben wurden durch das Beben rund 4.000 Menschen verletzt und etwa 20.000 obdachlos. Seit Montag wurden fast hundert teils heftige Nachbeben registriert.

Der afghanische Interims-Regierungschef Hamid Karsai traf am Mittwoch in der fast vollständig zerstörten Stadt Nahrin ein und sicherte den Erdbebenopfern weitere Unterstützung zu. "Wir haben Nahrung, Decken und Medikamente geschickt", sagte er vor Hunderten von Menschen. Karsai wollte im Laufe des Tages mit Vertretern der UNO und von humanitären Organisationen zusammentreffen. Bundespräsident Thomas Klestil drückte in einem Telegramm an Karsai sein Mitgefühl aus.

Hilfgüter

Das Internationale Rote Kreuz, ACTED und Ärzte ohne Grenzen brachten bereits am Dienstag Decken und Zelte vor Ort, um die Obdachlosen vor der nächtlichen Kälte zu schützen. Russland schickte eine 21-Tonnen-Ladung an Hilfsgütern, wie das russische Notstandsministerium mitteilte. Auch Japan und der Iran boten humanitäre Hilfe an.

Die Internationale Schutztruppe für Afghanistan schickte nach eigenen Angaben norwegische Minenräumspezialisten und britische Pioniere zur Unterstützung der Hilfsarbeiten in die Region. Rund 40 Fahrzeuge würden für den Transport von Material und Personal vorbereitet. Nach Angaben des Auswärtiges Amtes werden auch Lufttransporte erwogen. Zahlreiche Landminen erschweren nach Angaben der Vereinten Nationen die Arbeit der Hilfsorganisationen in der Erdbebenregion. (APA,ag.)

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