Abdullah präsentiert Friedensplan

27. März 2002, 15:26
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Saudischer Kronprinz setzt sich für "normale Beziehungen" mit Israel ein

Beirut - Der saudiarabische Kronprinz Abdullah hat eine Initiative der arabischen Staaten für den Nahen Osten vorgeschlagen, die "normale Beziehungen" mit Israel zum Ziel hat.

Israel müsse dafür die seit 1967 besetzten arabischen Territorien räumen und das Rückkehrrecht der palästinensischen Flüchtlinge anerkennen, sagte Abdullah am Mittwoch auf der Gipfelkonferenz der Arabischen Liga in Beirut.

Kronprinz Abdullah erklärte vor den in Beirut versammelten arabischen Staatschefs, er wolle seine Nahost-Initiative dem Sicherheitsrat der Vereinten Nationen unterbreiten. UNO-Generalsekretär Kofi Annan hat an die arabischen Staaten appelliert, den saudiarabischen Vorschlag zu unterstützen, der auf dem Prinzip "Land gegen Frieden" basiere und eine überzeugende Zukunftsperspektive biete.

Der Abdullah-Vorschlag stützt sich in der Frage des Rückkehrrechts der palästinensischen Flüchtlinge auf die von Israel abgelehnte Resolution 194 der UNO-Vollversammlung aus dem Jahr 1948.

Eröffnung

Die Gipfelkonferenz der Arabischen Liga ist am Mittwoch vom libanesischen Staatspräsidenten Emile Lahoud in Beirut eröffnet worden. Im Mittelpunkt des Treffens steht die Nahost-Friedensinitiative des saudiarabischen Kronprinzen Abdullah; diese hat die Anerkennung Israels durch die gesamte arabische Welt sowie Sicherheitsgarantien zum Inhalt, wenn sich der jüdische Staat aus allen seit 1967 besetzten Gebieten zurückzieht.

Israelis und Palästinenser müssten rasch einen Weg zurück an den Verhandlungstisch finden, erklärte der jordanische Ministerpräsident Ali Abu Ragheb nach der Eröffnung der Gipfelkonferenz, an der auch UNO-Generalsekretär Kofi Annan teilnimmt. Von den Delegationen der 22 Mitgliedsländer werden nur zehn von Staatsoberhäuptern geleitet. Der irakische Staatschef Saddam Hussein ist durch seinen Stellvertreter Izzat Ibrahim vertreten.

Palästinenser-Präsident Arafat erklärte unterdessen, er fühle sich von den Beratungen in Beirut nicht ausgeschlossen. "Ich bin in ständigem Kontakt mit meinen Ministern und fühle mich deshalb nicht fern von den Ereignissen in der libanesischen Hauptstadt", sagte er der spanischen Zeitung "El Pais".

USA setzen Israel weiter unter Druck

Trotz der Absage von Arafat haben die USA Israel weiter unter Druck gesetzt. Die USA hielten es für besser, wenn Arafat nach Beirut reisen und auch wieder in die Palästinensergebiete zurückkehren könne, sagte US-Außenamtssprecher Richard Boucher am Dienstag in Washington. Die Aussage des israelischen Ministerpräsidenten Ariel Sharon, für eine Teilnahme Arafats sei die Zeit "nicht reif", halte er nicht für endgültig. "Wir denken, dass die israelische Regierung dies gewissenhaft prüfen sollte, und wir werden sehen, was sie letztlich sagt." Zu Arafats Absage äußerte sich Boucher nicht. US-Präsident George W. Bush rief die Teilnehmer des Gipfeltreffens unterdessen dazu auf, sich auf den saudiarabischen Friedensplan für den Nahen Osten zu konzentrieren. Bush habe "große Hoffnung", dass es in Beirut zu einem auf den Frieden ausgerichten Gipfel komme, sagte der Sprecher des Weißen Hauses, Ari Fleischer.(APA)

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