Castingaufruf zur Nabelschau

27. März 2002, 17:00
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Erste Kür von "Miss Bauchnabel" und "Mister Waschbrettbauch"

Wien - Stimmt. Da ist eine Unschärfe. Aber, gibt Peter-Michael Geissler zu bedenken, so hundertprozentig ernst dürfe man die Sache ohnehin nicht nehmen. Obwohl wir im Zeitalter des Kultes leben. Des Bauchkultes. "Piercing, bauchfreie Tops, Waschbrettbauch", zählt der Münchner Werber im Dienste des britischen Fitnessgeräteherstellers "Slendertone" auf, "das ist der Trend". Deswegen sucht Geissler ab heute, Donnerstag, Bäuche.

Schicke Bäuche. Männlich wie weiblich. Bis 20. April können sich stolze Träger und -innen bei einigen großen Sport- und Elektromärkten in Wien für die erste offizielle Nabelschau Österreichs casten lassen. Und eventuell eines jener aus dem Shopping- TV sattsam bekannten elektrischen Bauchmuskelherbeizaubergeräte ausfassen - um Mitte Mai dann die Wahl zur "Miss Bauchnabel" oder zum "Mister Waschbrettbauch" zu gewinnen.

Die Unschärfe, gibt Geissler zu, sei beim Casting aber tatsächlich gegeben - die "Wiener Wampe" hat keine Chance: "Wir suchen Bäuche, die untrainiert, aber nicht fett sind. Die Geräte stärken die Muskulatur - gegen das Fett darüber hilft aber nur vernünftige Ernährung und viel Bewegung. " Mit den lustigen Teleshop-Bauchwegzapplern will Geissler nicht in einen Topf geworfen werden: "Unser Gerät funktioniert. Wir behaupten auch nicht, es sei der Ersatz für Sport oder Bewegung - es ist eine Ergänzung."

Wohl auch deshalb gibt es eine Jahreskarte zu gewinnen. Für ein schickes Fitnesscenter. (Thomas Rottenberg, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 28.3.2002)

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