Deutsche Bundesregierung sieht sich bei Kirch weiter nicht am Zug

27. März 2002, 14:52
posten

Mediaset will Vorschläge von Banken zu Kirch prüfen - Schröder will "nationale Lösung"

Die deutsche Bundesregierung sieht sich bei der Rettung der von Insolvenz bedrohten Kirch-Gruppe weiter nicht am Zug.

Regierungssprecher Uwe-Karsten Heye sagte am Mittwoch in Berlin, die Entwicklung bei dem Medienkonzern werde "mit großem Interesse" beobachtet, die Regierung sei aber kein Akteur. "Das ist Sache der Banken und der beteiligten Unternehmen, und wir warten auf ein Ergebnis, dass dann zu bewerten wäre."

Zum möglicherweise wachsenden Einfluss des australischen Medienunternehmers Rupert Murdoch und des Mediaset-Konzerns des italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi auf die Kirch-Gruppe wollte sich Heye nicht äußern.

Schröder will "nationale Lösung"

Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) hatte sich laut Medienberichten für eine "nationale Lösung" bei Kirch eingesetzt.

Der italienische Medienkonzern Mediaset sieht sich indes bei den Verhandlungen über die Zukunft des von der Insolvenz bedrohten Kirch-Konzerns weiter nicht in der Rolle des Akteurs, will sich Vorschläge der Gläubigerbanken aber anschauen.

"Wir werden warten und sehen, was die Banken entscheiden. Wenn sie etwas Interessantes präsentieren, werden wir das in Betracht ziehen". sagte Mediaset-Chairman Fedele Confalonieri am Mittwoch vor Analysten in Mailand.

Der von der Familie des italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi kontrollierte Mediaset-Konzern ist nach Angaben aus Finanzkreisen als Kirch-Minderheitsgesellschafter in Verhandlungen mit Banken über die zukünftige Kontrolle der Filmgesellschaft KirchMedia involviert. (APA)

Share if you care.