Olympiasieger bleibt in U-Haft

28. März 2002, 11:44
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Zeuginnen belasten Wolfgang Schwarz

Wien - Der ehemalige Eiskunstlauf-Olympiasieger Wolfgang Schwarz (54) bleibt bis auf weiteres in U-Haft. Die zuständige Untersuchungsrichterin Claudia Geiler entschied am Mittwochnachmittag, dass die Haftgründe Verdunkelungs- und Tatbegehungsgefahr nach wie vor aufrecht seien. Auch Nardine A., die mutmaßliche Komplizin des unter Mädchenhandel-Verdacht geratenen früheren Spitzensportlers, muss vorerst hinter Gittern bleiben.

Wie berichtet, soll der ehemalige Pirouettenstar junge Frauen aus Osteuropa an mehrere Rotlichtlokale in Wien, Graz und Salzburg vermittelt und davon auch finanziell profitiert haben. Schwarz selbst wies Vorwürfe bisher zurück, er habe jedenfalls nicht vorsätzlich gesetzwidrig gehandelt. Im Wiener Landesgericht wurden bisher zwei Zeuginnen kontradiktorisch einvernommen. In den ausführlichen Befragungen hätten die beiden Frauen Wolfgang Schwarz, von dem sie an Bordelle "vermittelt" worden sein sollen, belastet, sagte Gerichtssprecher Friedrich Forsthuber.

Einvernahmen noch nicht abgeschlossen

Rechtsanwalt Herbert Eichenseder, der Schwarz vertritt, zeigte sich "nicht überrascht" davon, dass sein Mandant nicht auf freien Fuß gesetzt wurde. "Der U-Richterin sind noch nicht alle Protokolle zur Verfügung gestanden. Es müssen ja sämtliche Bar-Betreiber und Barkeeper einvernommen werden, mit denen Herr Schwarz zu tun gehabt haben soll", so Eichenseder. Die nächste reguläre Haftprüfung ist in vier Wochen.

Zum neu aufgetauchten Verdacht, Wolfgang Schwarz habe seine Versicherung mittels eines fingierten Einbruches betrogen, sind ebenfalls noch Erhebungen im Gange. Nach dem Einbruch vor drei Monaten soll der frühere Spitzensportler rund 109.000 Euro für entwendeten Schmuck ausbezahlt bekommen haben. Die Staatsanwaltschaft hat noch keinen Antrag gestellt, die gerichtliche Voruntersuchung in diese Richtung auszudehnen. (DER STANDARD, Printausgabe 28.03.2002)

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